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SG Dresden AZ S 18 KR 1380/04 - Keine Perücke>Krankenkasse: Bei Streik kostenfrei versichert<AG München Az 282 C 28161/12 - Privatrechnungen müssen geprüft werden/h1>

Warn- oder unbefristete Streiks sowie arbeitgeberseitige Aussperrungen haben keine Auswirkungen auf die Leistungen der Sozialversicherung. Dennoch tauchen immer wieder Fragen auf wie "Was passiert, wenn ein streikender Arbeitnehmer krank ist bzw. Urlaub hat?" Handelt es sich um einen rechtmäßigen Arbeitskampf, dann bleibt die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung erhalten – für Pflichtversicherte sogar beitragsfrei. Das Streikgeld selbst ist in diesem Zusammenhang nicht nur beitrags-, sondern auch steuerfrei.

Wer dagegen freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse ist, der zahlt auch während des Streiks bzw. Aussperrung seine vollen Beiträge weiter. D.h. ohne Beteiligung durch seinen Arbeitgeber. Insgesamt aber macht sich für alle Betroffenen der Beitragsausfall in der Rentenversicherung bemerkbar. Der Grund: Aufgrund des Arbeitskampfes werden die Zeiten für die spätere Rente infolge des fehlenden Verdienstes gemindert, da ja kein Beitrag gezahlt wurde. Der Ausfall ist allerdings minimal, d.h. pro 500 Euro fehlendem Lohn wird die Rente um 0,45 Euro pro Monat reduziert.

Deutlich größer wird der Ausfall dann, wenn ein Arbeitskampf länger als einen Monat dauert. Denn hat ein Arbeitnehmer nicht nur einen deutlich geringeren Verdienst, es fehlen ihm zudem auch noch wichtige Beitragsmonate in der Rentenversicherung. Allerdings zählen für die Rentenwartezeit auch diejenigen Monate, in denen lediglich ein einziger Tag gearbeitet wurde. Schlechte Karten haben hingegen Arbeitslose, denn ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht weder während eines Streiks noch bei einer Aussperrung.

Ruht ein Betrieb bzw. ein Betriebsteil vollständig und erkrankt während dieser Zeit ein am Streik Beteiligter, besteht weder Anspruch auf Lohn- noch auf Gehaltsfortzahlung. Für diesen Fall tritt die Krankenkasse mit dem Krankengeld ein. Die Fortzahlung ruht selbst für den Fall, wenn die Arbeitsunfähigkeit bereits vor Beginn des Streiks eingetreten war. Auch hier erhält der Arbeitnehmer lediglich Krankengeld.

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