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PKV-Tarif wechseln

Steigen die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung ist nicht nur ein Wechsel zu einer anderen Versicherungsgesellschaft eine Option. Alternativ kann der Wechsel des Krankenversicherungstarifs innerhalb der PKV Vorteile bringen. Vor allem finanzielle Vorteile: Bei gleichwertigen Leistungen sinken z. B. die monatlichen Beiträge i.d.R. beträchtlich – bis zu 200 Euro pro Monat und mehr sind drin. Rechtlich regelt § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) den Anspruch auf den Tarifwechsel. Auf dieses Tarifwechselrecht können sich Versicherungsnehmer auch berufen, sofern sich die PKV gegen den Wechsel sträubt.

Der PKV-Tarifwechsel

Der eigentliche Wechsel ist relativ einfach. In einen günstigeren Tarif mit gleichen oder weniger Leistungen kann der Versicherungsnehmer jederzeit wechseln. Besitzt der neue Tarif allerdings einen größeren Leistungsumfang, darf der Versicherte zwar ebenfalls Wechseln, muss jedoch mit einer zusätzlichen Gesundheitsprüfung bzw. einem Risikozuschlag rechnen. Praktisch kann er auch auf die Mehrleistungen im neuen Tarif freiwillig verzichten und seinen alten Leistungsumfang beibehalten (siehe Grafik).

PKV-Tarifwechsel

Wer darf einen PKV-Tarifwechsel durchführen?

Prinzipiell gilt: Wer länger als fünf bis sieben Jahre in seiner Privaten Krankenversicherung ist, sollte zunächst einen Tarifwechsel innerhalb der PKV in Betracht ziehen. Ansonsten verliert der Versicherte eventuell langjährig angesparte Altersrückstellungen. Erst seit dem 1.1.2009 lassen sich nämlich Teile jener Altersrückstellungen übertragen – das ist allerdings nicht unkompliziert.

Tipps zum PKV-Tarifwechsel

  • Erfragen Sie vor dem Wechsel bei Ihrer Privaten Krankenversicherung die Höhe Ihrer aktuellen Altersrückstellung und in welche alternativen Tarife ein Wechsel möglich ist
  • Fordern Sie Ihre Versicherung auf, die Mehr- oder Minderleistungen der Tarife nachvollziehbar und vollständig für Sie gegenüberzustellen
  • Lassen Sie sich den künftigen Tarifbeitrag berechnen
  • Vergleichen Sie die neuen Konditionen mit den bisherigen – insbesondere den Leistungsumfang
  • Aufgrund der Komplexität der Tarife empfiehlt sich zur Auswertung einen Experten hinzuzuziehen

Beratung oder Vergleich anfordern

Ein genauer Vergleich lohnt sich da allemal, denn im Ergebnis können sich die Beitragshöhen ganz erheblich unterscheiden. Über das nachfolgende Formular können interessierte Verbraucher einen solchen Vergleich bzw. eine kostenlose Beratung anfordern (Versicherungsvermittlung erfolgt über die Finanzen.de AG):

Wechsel in den Basistarif der PKV

Nicht grundlos, denn mit der Einführung der Basistarife 2007, die die Grundversorgung abdecken, aber viel Geld sparen, ist ein Wechsel für viele attraktiv geworden. Für die Versicherungen bedeuten viele Wechsel jedoch Verluste in den Einnahmen der monatlichen Prämien und die wiederum wirken sich aus auf die Beitragshöhen für Neukunden aus. Anders ließe sich das System nicht mehr finanzieren.

Um Hürden für einen möglichen Wechsel zu schaffen, erhob beispielsweise die Allianz Versicherung einen sogenannten "Tarifstrukturzuschlag", wenn ein Versicherte zu einem günstigeren Tarifmodel wechseln wollte. Nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht dagegen mit einem Verbot vorgegangen war, klagte die Allianz und bekam Recht. Zumindest in erster Instanz, denn das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig im Juni 2010 bekräftigte die Ansicht der Bundesanstalt, dass ein Zuschlag nur aufgrund eines Wechsels in einen anderen Tarif nicht zulässig ist. Versicherte, die bei ihrer Krankenversicherung auf ähnliche Probleme stoßen, können sich auf dieses Urteil beziehen.

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