Mi 20 Aug 2008
Nur wenige haben eine Zahnzusatzversicherung
Geschrieben von krankenversicherung unter Zusatzversicherungen
Irgendwann kommt der Tag, an dem die eigenen Zähne durch die Dritten ersetzt werden müssen. Keine sonderlich angenehme Vorstellung. Neben dem eigentlichen Eingriff wartet auf den Patienten auch die dicke Rechnung vom Zahnarzt. Welche Kosten genau auf sie zukommen, wissen allerdings die wenigsten Patienten. Die Barmenia Krankenversicherung und das F.A.Z.-Institut haben 1.000 gesetzlich Versicherte im Alter von 25 bis 70 Jahren befragt. 30 Prozent haben keine Vorstellung davon, welchen Eigenanteil sie zu bezahlen haben.
Dr. Josef Beutelmann, Vorstandsvorsitzender der Barmenia Krankenversicherung, bringt das Ergebnis der als repräsentativ geltenden Umfrage in einem Satz auf den Punkt: „Sowohl über die Leistungen als auch die Kosten gibt es beim Zahnersatz große Unkenntnis.“ Es mangele schlichtweg an einer vernünftigen Einschätzung, ergänzt Studienleiter Dag-Uwe Holz vom F.A.Z.-Institut. Geht es um die Kosten für Zahnkronen, sind 30 Prozent überfragt. Ähnlich sieht es bei den Optionen Brücke (36 Prozent), Implantat (40 Prozent), Prothese (42 Prozent) und Inlays (56 Prozent) aus. Das System der befundbezogenen Festzuschüsse in der GKV kennen die meisten überhaupt nicht.
Dafür wissen sie um die Vorteile des GKV-Bonusheftes. Jeder, der regelmäßig zum Zahnarzt geht und den Gesundheitszustand der Zähne kontrollieren lässt, wird mit einem höheren Zuschuss belohnt. Für 69 Prozent ist dieser Bonus das wichtigste Mittel, um die Kosten für den Zahnersatz möglichst niedrig zu halten. Ansonsten setzen 44 Prozent bei der Finanzierung des Zahnersatzes auf die eigenen Ersparnisse und nur 31 Prozent auf eine private Krankenzusatzversicherung.
Die große Mehrheit derer, die noch keine Zusatzpolice hat, wird nach eigener Aussage auch zukünftig nicht darauf bauen. Gründe sind die Kosten für die Krankenzusatzversicherung und das mangelnde Wissen über die Erstattungspraxis der Versicherungen. „Wir werden das Thema für die nächsten Jahre in den Fokus stellen“, so Dr. Beutelmann. Denn immerhin sind 77 Prozent bereit, für eine Zahnzusatzversicherung zu zahlen. Läge der Preis zwischen fünf und zehn Euro im Monat würden es sich 29 Prozent übelegen, bei zehn bis 20 Euro 33 Prozent.
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