Europas größte private Krankenversicherung, die DKV, und die Victoria Krankenversicherung sitzen sprichwörtlich in einem Boot. Sie gehören beide zur Ergo-Versicherungsgruppe. Bisher wurde der Name „Ergo“ dabei dezent im Hintergrund gehalten und tauchte nur kleingedruckt als Hinweis auf. Zukünftig wird sich das ändern. Denn die Ergo will sich selbst einen Namen machen und stärker ins Blickfeld rücken. Das geschieht nicht nur optisch und somit für jeden ersichtlich, sondern vor allem auch im Hintergrund. Die Infrastruktur der Unternehmen wird bereits angepasst.

Die vier zum Konzern gehörigen Versicherungsmarken – neben den beiden privaten Krankenversicherungen sind das die Hamburg-Mannheimer und die D.A.S. - haben kein eigenes Intranet mehr. Stattdessen arbeiten sie jetzt mit dem Ergo-Firmennetz. Synergien sollen geschaffen werden. Dazu wurden Abteilungen und Computerkapazitäten zusammengelegt. Änderungen wird es auch bei dem E-Mail-Adressen geben, die dann auf die Ergo, einer Tochter der Münchener Rück, hinweisen werden. Bei der Bilanzvorlage der beiden PKV, der Victoria und der DKV, zeigte sich die neue Strategie bereits recht eindrucksvoll. Sie wurden als Ergo-Krankenversicherer bezeichnet. Gemeinsam betreuen sie rund 4,4 Millionen Kunden in der privaten Krankenversicherung und steigerten die Beitragseinnahmen um 2,6 Prozent. Das Ziel des Konzerns für die PKV ist sehr klar umrissen: „Wir wollen dauerhaft zu den größten weltweit tätigen Krankenversicherern gehören“, so der Vorstandsvorsitzende Günter Dibbern. Dafür setze man ganz auf Wachstum, vor allem im Ausland.

Die Spekulation von Branchenexperten, die beiden privaten Krankenversicherungen würden zu einer Gesellschaft verschmolzen, weist man zurück: „Das wird nicht passieren.“ Die Ergo ist sich des Wertes der beiden Marken DKV und Victoria Krankenversicherung durchaus bewusst. Sie haben sich im Laufe der Jahre etabliert. Eine Ein-Markenstrategie sei daher nicht geplant.