Die Zuwachszahlen der privaten Krankenversicherer geben keinen Anlass zur Hoffnung und unterstreichen die angespannte Situation. Laut PKV-Verband haben sich im vergangenen Jahr gerade einmal 60.000 Kunden für eine private Krankenversicherung entschieden. Das Jahr zuvor konnten die Unternehmen immerhin noch 116.000 Neuzugänge begrüßen. Die Zahl der Mitglieder bei den 48 PKV-Unternehmen ist damit um mickrige 0,7 Prozent gestiegen. Insgesamt nehmen 8,55 Millionen Menschen in der Bundesrepublik die Leistungen einer privaten Krankenvollversicherung für sich in Anspruch.

Als Bremse haben die privaten Krankenversicherungen schon lange die Gesundheitsreform ausgemacht. In erster Linie habe die höhere Hürde für den Zugang zu einer PKV dafür gesorgt, dass kaum noch jemand von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung gewechselt sei. Inzwischen müssten Arbeitnehmer drei Jahre lang ein monatliches Einkommen von über 4.000 Euro nachweisen, um überhaupt wechseln zu dürfen. Punkt zwei auf der langen Liste sind die steigenden Gesundheitskosten. Sie machen sowohl den GKV als auch den PKV zu schaffen. Unter dem Strich steht eine eher ernüchternde Bilanz, gezogen von der Stiftung Warentest. Demnach lohne sich eine private Krankenversicherung nur noch für gesunde, junge und ledige Männer sowie Beamte. Alle anderen zahlten in der gesetzlichen Krankenkasse auf Dauer weniger.

Diese Probleme haben eine schicksalsschwere Debatte ausgelöst, die durch ein internes Arbeitspapier des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zusätzlich Zunder erhielt. Darin wird vorgeschlagen, das bestehende Gesundheitssystem durch eine Einheitsversicherung mit der Option auf Zusatzversicherungen abzulösen. Inzwischen liegen zu diesem Vorstoß eine Reihe von Meinungen und Pressemitteilungen vor. GDV und PKV-Verband betonen jetzt, dass die Ideen lediglich eine interne Diskussionsgrundlage und keinesfalls eine offiziell beschlossene Position seien. Man habe nur Szenarien durchgespielt und stehe nach wie vor zum heutigen System. Zudem setze man alles daran – so der Axa-Konzern, der in dem Papier genannt wird –, die private Krankenversicherung zu stärken.