Der Widerstand gegen den Gesundheitsfonds und damit einen Einheitssatz für gesetzlich Krankenversicherte nimmt zu. In wenigen Wochen wird die Bundesregierung den Prozentsatz festlegen, der ab 2009 für alle GKV-Mitglieder gilt, gleich in welcher gesetzlichen Kasse sie versichert sind. Vermutet wird ein Wert zwischen 15,5 und 16 Prozent. Zu hoch, sagt beispielsweise die Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), der auf einen Beitragssatz von unter 15 Prozent pocht. Einen Schritt weiter geht die Bundesärztekammer. Sie lehnt den Gesundheitsfonds komplett ab.

Der Fonds sei lediglich ein weiterer Schritt auf dem Weg in die Staatsmedizin, die entscheide, wie viel Geld für die Versorgung der Patienten ausgegeben werden dürfe, so der Präsident der Bundesärztekammer, Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe. Auf Dauer bestimme dann das Spardiktat der Finanzpolitiker die medizinische Versorgung. Schon jetzt befinde sich die Qualität in einer Abwärtsspirale, die durch den Gesundheitsfonds noch verstärkt werde. „Wir appellieren daher eindringlich an alle verantwortlichen Politiker, das Projekt zu stoppen, solange dies noch möglich ist“, betonte Hoppe. Denn noch könne man die Folgen dieses Schrittes nicht einschätzen. Eine nachhaltige Finanzierung sei darüber jedenfalls nicht machbar. Der Gesundheitsfonds stelle vielmehr eine zentralistische Geldsammelstelle dar.

Dieses Thema beschäftigte auch den Arbeitgeberverband für das private Versicherungs-Vermittler-Gewerbe (VGA) im Rahmen eines Symposiums bei der Gothaer Versicherung. Die Teilnehmer sehen einen klaren Trend zur Leistungsverknappung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Vergleich dazu sei die PKV in Zukunft klar im Vorteil, weil sie eine höherwertige Versorgung biete. „Mit lebenslanger Leistungssicherheit, ihrer Budget- und rationierungsfreien Zone, mit einer zur GKV unterschiedlichen Arzneimittelversorgung und einem besserem Zugang zu medizinisch-technischen Innovationen sowie freier Arzt- und Krankenhausauswahl unterscheidet sich die private Krankenversicherung deutlich von der GKV“, so Dr. Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes.