Do 8 Mai 2008
Viel Arbeit für den PKV-Ombudsmann
Geschrieben von krankenversicherung unter News
Die Zahl der Beschwerden, die auf dem Tisch des PKV-Ombudsmanns landeten, ist im vergangenen um 13 Prozent auf fast 4.000 gestiegen. Das geht aus dem Jahresbericht des Schlichters hervor. An ihn können sich Kunden wenden, wenn sie Probleme mit ihrer privaten Krankenversicherung haben. Erfolgreich waren dabei nur 28,5 Prozent. 2006 lag die Quote noch deutlich höher bei 36,5 Prozent. Fälle, in denen es um Prämienerhöhungen ging, blieben gänzlich erfolglos.
Kulanzleistungen, wie sie vor Jahren noch erbracht werden konnten, seien aufgrund der stark gestiegenen Gesundheitskosten nicht mehr möglich, so Dr. Helmut Müller. Der PKV-Ombudsmann sieht das Problem vor allem darin, das viele Kunden Leistungen für zu selbstverständlich erachten. „Vieles wird als Teil der allgemeinen Lebensführung angesehen“, heißt es in dem Bericht, so zum Beispiel Termine bei Physiotherapeuten oder dem Psychotherapeuten oder Behandlungen in einem Krankenhaus, die auch ambulant durchgeführt werden könnten. Grundsätzlich müssten die Versicherten zukünftig vermehrt damit rechnen, dass seitens de PKV genauer geprüft werde. Dadurch, dass Ärzte ihre Patienten teilweise zu Dauerbehandlungen anhielten und die private Krankenversicherung rigoroser vorgehe, ergäben sich die Konflikte.
Die Beschwerden, die Dr. Helmut Müller zu bearbeiten hatte, bezogen sich zu 80 Prozent auf die Vollversicherung. Etwas mehr als ein Viertel der Fälle – bei den Krankenzusatzversicherungen waren es 27 Prozent – drehte sich dabei um die Notwendigkeit von Leistungen. Um eine Lösung zu finden, werde in der Regel ein Sachverständiger eingeschaltet. Als besonders unangenehm und kompliziert empfindet der Ombudsmann den Streit um ärztliche Honorare (16,5 Prozent aller Beschwerden). Begrüßen würde er es, wenn die privaten Krankenversicherungen ihre Kunden besser informieren würden, insbesondere über die Abrechnung von Leistungen in gemischten Anstalten, also Kliniken, die zusätzlich zu den Akutbehandlungen auch Rehabilitationsbehandlungen anbieten.
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