Auch der Branchenprimus unter den privaten Krankenversicherungen kommt nicht ungeschoren davon und merkt deutlich die Auswirkungen der Gesundheitsreform. Die Debeka als größte PKV in Deutschland hat im vergangenen Jahr im Neukundengeschäft merkliche Einbußen hinnehmen müssen. Von 42.600 im Vergleichszeitraum 2006 sank die Zahl der neuen Kunden in der privaten Krankenversicherung 2007 auf 23.700. Zufrieden zeigte sich der Vorstand der Debeka darüber, dass rund 40 Prozent des Branchenzuwachses auf ihr Konto gingen. Insgesamt verbuchten die PKV 2007 rund 60.000 Neukunden mit einer Vollversicherung.

Dass sich diese Zahl binnen eines Jahres halbiert hat, führt die Debeka PKV auf die Gesundheitsreform zurück. Das Ergebnis belege eine „systematische Schwächung der privaten Krankenversicherung durch den Gesetzgeber“, erklärte der Chef der Debeka, Uwe Laue. Freiwillig gesetzlich Versicherte könnten nicht mehr wie bisher in die PKV wechseln. Dieser Weg sei erschwert worden. Das Unternehmen habe sich daher wie viele anderen private Krankenversicherungen an der Verfassungsbeschwerde gegen die Gesundheitsreform beteiligt.

Die reinen Unternehmenszahlen der Debeka geben keinen Grund, pessimistisch zu sein. Zwei Millionen Kunden des Konzerns sind vollversichert. Insgesamt betreut die PKV 4,2 Millionen Menschen, die sich für eine Voll- oder eine Krankenzusatzversicherung entschieden haben. Bei den Beitragseinnahmen verbuchte man ein Plus von 1,8 Prozent und kam auf 4,1 Milliarden Euro. Die Kapitalanlagen betragen 20,014 Milliarden Euro. Daraus erwirtschaftete die private Krankenversicherung einen Ertrag in Höhe von über einer Milliarde Euro. Ziel des Unternehmens ist ein solides und stetes Wachstum. Dazu soll die Zahl der Angestellten im Außendienst von 8.300 auf 10.000 aufgestockt werden. Insgesamt arbeiten 14.600 Menschen für die Debeka.