Mo 19 Mai 2008
PKV wollen Alkoholmissbrauch Jugendlicher bekämpfen
Geschrieben von krankenversicherung unter News
Zehn Millionen Euro stellen die privaten Krankenversicherungen im ersten Jahr für ein breit angelegtes Präventionsprojekt zur Bekämpfung von Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Sie reagieren damit auf die vom Statistischen Bundesamt, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen vorgelegte Zahlen, wonach immer mehr Jugendlich mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Insbesondere 16- und 17-Jährige seien gefährdet. Sie würden immer häufiger und exzessiver zur Flasche greifen, was später bei vielen zur Alkoholsucht führe. Das Präventionskonzept der PKV hat vor allem ein Ziel: Den Alkoholkonsum der Jugendlichen zu senken.
Die privaten Krankenversicherungen sehen es als ihre gesellschaftspolitische Verpflichtung an, dieses Problem in Angriff zu nehmen. Der Bundesverband der PKV bezeichnet es als Massenproblem und wird darin durch Medienberichte über „Komasaufen“ oder „Flatratesaufen“ schon bei Minderjährigen bestätigt. Viele würde so viel trinken, dass eine Grenze überschritten werde, die schon für Erwachsene erhebliche Risiken berge. Der Gefahr einer drohenden Alkoholsucht müsse schnellstmöglich entgegengewirkt werden. Viele würden sich daher wünschen, dass die Primärprävention, wie sie von den privaten Krankenversicherungen geplant ist, ausgebaut werde.
Die Struktur für solche Maßnahmen sei in der Bundesrepublik durchaus vorhanden. Sie müsse nur genutzt werden. Stattdessen, so die Kritik der PKV, würde durch Präventionsräte eine aufwändigere und kostenintensive Organisationsstruktur geschaffen. Das Geld stehe dann nicht mehr in vollem Umfang dem eigentlichen Ziel, der Prävention, zur Verfügung. Das Konzept der PKV sei sofort umsetzbar. Damit sich die privaten Krankenversicherer jedoch engagieren, müsse gewährleistet sein, dass die Politik sie nicht verpflichtend in ein Präventionsgesetz einbindet. Denn: Damit die PKV sich engagiere sei kein Zwang nötig.
- Ohne private Krankenversicherung schwächelt das Gesundheitswesen
- PKV-Verband: Die private Krankenversicherung muss weiter ausgebaut werden
- PKV gründen COMPASS Private Pflegeberatung GmbH
- Wechselrecht der PKV wird unattraktiv
- Positionspapier der PKV zum Streitthema „Zwei-Klassen-Medizin“
