Di 3 Jun 2008
PKV-Prinzip für zukünftige Leistungen soll auch bei der GKV greifen
Geschrieben von krankenversicherung unter Gesundheitsreform, News
Man mag es kaum glauben, doch die Ausgaben für die Gesundheit steigen in Deutschland weitaus langsamer als in den meisten anderen Ländern. Lag die Bundesrepublik in diesem Punkt vor einigen Jahren noch einsam an der Spitze, konnten die Gesundheitsausgaben durch Reformpakete sichtbar gedrosselt werden. Die Steigerungsrate lag im Zeitraum 1995 bis 2005 bei jährlich 1,8 Prozent. In den 29 Vergleichsländern der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) waren es durchschnittlich 4,0 Prozent. Hoffnungen, dass es auf Dauer günstiger wird, sollte man sich dennoch nicht machen.
Denn trotz aller Bemühungen und der aktuellen Gesundheitsreform bleiben viele Probleme unbeantwortet, so auch die demographische Entwicklung. Sie wird als größter „Preistreiber“ gesehen. Der Direktor des Bundesverbandes der privaten Krankenversicherungen, Dr. Volker Leienbach, bezeichnet die zunehmende Alterung der Gesellschaft als die größte Herausforderung des Gesundheitssystems. Kritik äußert er vor allem an den umlagefinanzierten sozialen Sicherungssystemen. Die Folgen dieses Prinzips der gesetzlichen Krankenkasse seien längst bekannt. Dennoch werde das Umlageverfahren durch die Gesundheitsreform weiter gestärkt.
Bei diesem Verfahren werden die Beiträge der gesetzlichen Versicherten direkt wieder in Leistungen investiert. Eine Rücklagenbildung, die insbesondere für Erkrankungen im Alter wichtig wäre, ist bei diesem System nicht oder nur in sehr geringem Maße vorgesehen. Die PKV arbeiten hingegen nach dem Kapitaldeckungsverfahren. Die Rücklagen gehören zu den wichtigsten Säulen der privaten Krankenversicherung. Die PKV spart von den Beiträgen für jeden Versicherten Geld an, das zusätzlich verzinst wird. Das Ergebnis ist eine Altersrücklage. Damit sorgt jeder selbst dafür, dass auch zukünftige Leistungen finanziert werde können. Daher lautet die Forderung von Dr. Volker Leienbach, dass durch eine nachhaltige Reform des Gesundheitswesens „mehr Leistungen private kapitalgedeckt abgesichert werden“.
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