Di 12 Aug 2008
PKV befürchten auch 2008 ein mageres Neukundengeschäft
Geschrieben von krankenversicherung unter News
Der Blick in die Zukunft der privaten Krankenversicherungen verheißt nichts Gutes. Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes, geht laut Nachrichtenmagazin „Focus“ davon aus, dass die Geschäfte sich in diesem Jahr noch schlechter entwickeln als 2007. Als Ursache nennt er die Gesundheitsreform, insbesondere den erschwerten Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung.
Seit Anfang 2007 müssen Arbeiter und Angestellte, die sich privat krankenversichern wollen, mindestens drei Jahre lang ein Gehalt oberhalb der gesetzlich festgelegten Einkommensgrenze nachweisen. „Diese so genannte Versicherungspflichtgrenze steigt turnusgemäß an“, erklärte Leienbach. Derzeit sind es 4.012,50 Euro brutto im Monat. Dass die Hürde, vor allem in ihrer zeitlichen Ausdehnung, vielen zu hoch ist, belegen die Zahlen. 2006 begrüßten die privaten Krankenversicherungen noch 117.000 Neukunden. Voriges Jahr sacke das Geschäfte komplett ein. Lediglich 59.000 Neuverträge wurden unterzeichnet. Für 2008 erwarten die PKV einen noch deutlicheren Rückgang.
Damit startet auch der Wettbewerb um Neukunden in eine weitere Runde. Die beiden PKV des Ergo-Konzerns, die DKV und die Victoria, setzen dabei ganz auf den Preis und neue Tarifstrukturen. Das Handelsblatt berichtet, dass die privaten Krankenversicherungen mit Kampfpreisen den Markt neu ordnen wollen. Lag der monatliche Beitrag für einen 30jährigen Mann bei der DKV bisher bei 220 Euro, soll er dank der neuen Tarife 80 Euro sparen können – jeweils mit einem Selbstbehalt von 600 Euro. Ergo-Vorstand Günter Dibbern dazu: „Unsere Produktfamilie ist flexibel, transparent, leistungsstart und hart kalkuliert.“ Auf diese Weise will man neue Kunden ansprechen und Wechselwillige von sich überzeugen.
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