Der 111. Deutsche Ärztetag hat einmal mehr die Bedeutung der privaten Krankenversicherung für das deutsche Gesundheitswesen unterstrichen und ganz klar gefordert, die PKV zu stärken, statt sie durch immer neue Regeln und Gesetzesvorstöße zu schwächen. Die beiden historisch gewachsenen Säulen der medizinischen Versorgung – PKV und gesetzliche Kassen – seien der Garant für das hohe Niveau, auf dem man sich in der Bundesrepublik schon seit Jahren bewege. Gehalten werden könne es nur durch das Zusammenwirken der privaten Krankenversicherungen und der gesetzlichen Krankenkassen.

Dieser Mittelweg habe deutliche Vorzüge gegenüber anderen Systemen. Ein gleichgeschaltetes Einheitsgesundheitssystem würde aus Sicht der Ärzteschaft nur für den Verlust der Souveränität der Patienten und eine Wartelistenmedizin sorgen. Ebenso schlecht wäre ein komplett marktwirtschaftlich ausgerichtetes System, das lediglich zu einer Mehrklassenmedizin führe, die sich niemand wünsche. „Ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen braucht neben dem durch die GKV bestimmten sozialen und staatlich regulierten Bereich ein starkes private Segment“, so der einhellige Tenor während des Ärztetages. Die PKV sorgten für Vertragsautonomie und Innovationskraft.

Deshalb stehen die Ärzte auch hinter den privaten Krankenversicherungen und ihrer Initiative gegen die Gesundheitsreform. Sie begrüßen die Verfassungsbeschwerde gegen das Wettbewerbsstärkungsgesetz zugunsten der gesetzlichen Kassen. Ziel dieser Maßnahme der Regierung sei ausschließlich, das System der PKV auszutrocknen und es immer weiter an die GKV anzugleichen. Derlei Maßnahmen würden für alle Beteiligung ungünstig enden und überschritten die Grenze des grundrechtlich Zulässigen.