Die privaten Krankenversicherungen sehen sich ab 2009 mit einer Situation konfrontiert, die sie so noch nicht kennen. Mit dem neuen Basistarif und dem sechsmonatigen Zeitfenstern, in dem Bestandskunden samt Altersrückstellung den Anbieter wechseln können, verschärft sich der Konkurrenzkampf. Musste man bislang nur Neukunden von sich überzeugen und sie für sich gewinnen, gilt es in einigen Monaten auch den eigenen Kundenbestand zu annehmbaren Beiträgen zu halten. Zwar ist der Wechsel nur in den Basistarif möglich. Nach zwei Jahren stehen dann aber die normalen PKV-Tarife offen. Hier gilt es jetzt, sich auf die veränderte Marktlage einzustellen.

Ob es überhaupt soweit kommt, steht zwar noch in den Sternen und muss vom Bundesverfassungsgericht entschieden werden, doch schon jetzt spaltet sich die Branche in zwei Lager. Private Krankenversicherungen, die von sich und ihren Tarifen überzeugt sind, sprechen sich gegen de Sperrfrist von 24 Monaten – aktuell ist von 18 Monaten die Rede – aus. Sie wollen, dass der Kunde sofort in einen der klassischen Tarife wechseln darf, statt erst im Basistarif verbleiben zu müssen. „Ansonsten ist der Wechsel unattraktiv“, sagen beispielsweise HUK Coburg, AXA Kranken und Central Kranken. Auf der anderen Seite stehen die PKV, die viele ältere und damit teurere Versicherte in ihren Reihen haben. Aus ihrer Sicht bietet der Wechsel nur gesunden und jungen Kunden Vorteile. Wer schon älter oder krank ist, müsse beim neuen Anbieter mit Zuschlägen und Ausschlüssen rechnen. Würden nur junge Patienten wechseln, zahlten die, die bleiben, erheblich mehr.

Einige der Konzerne bereiten sich bereits vor. Der Axa Konzern führt die Axa Kranken und die DWK von DBV-Winterthur zusammen. Die Fusion soll dafür sorgen, dass, wenn überhaupt, nur im „eigenen Haus“ gewechselt wird. Axa geht davon aus, dass bei der DWK ein Beitragsvolumen von 240 Millionen Euro durch mögliche Wechsel gefährdet ist. Entschieden sich die Kunden für einen der günstigeren Tarife der Axa Krankenversicherung, blieben sie zumindest im Unternehmen.