Do 3 Jul 2008
Fitch attestiert den PKV einen stabilen Ausblick
Geschrieben von krankenversicherung unter News
Den privaten Krankenversicherungen geht es offensichtlich weitaus besser, als sie es nach außen hin darstellen. Den düsteren Zukunftsbildern, die von den PKV gezeichnet werden, stehen jetzt die aktuellen Ergebnisse der Ratingagentur Fitch gegenüber. Die Analysten bescheinigen den Unternehmen einen stabilen Ausblick für die nächsten zwölf bis 18 Monate. Axel Großpietsch von Fitch sieht keine Anhaltspunkte dafür, dass sich das Wettbewerbsstärkungsgesetz so negativ auswirken werde, wie von den privaten Krankenkassen befürchtet. Und auch die Belastungen durch den Basistarif seien nicht so gravierend. Eine Abwärtsspirale könne man jedenfalls nicht erkennen.
Grundlage für die Untersuchung der Ratingagentur waren die Kennzahlen aus dem Jahr 2006 und eine Hochrechnung für das vergangene Jahr. Die PKV haben den Eigenkapitalbestand und die Beitragsrückstellung ausbauen können. Beim Eigenkapital lag das Plus in der Zeit von 2003 bis 2005 bei durchschnittlich fünf Prozent. Die Rücklage wuchs im gleichen Zeitraum um 55 Prozent. Bedacht werde müsse dabei, dass der Ausblick auf Durchschnittswerten basiere. Dass es auch in den Reihen der privaten Krankenversicherungen Verlierer geben werde, sei damit nicht ausgeschlossen. Vieles hänge davon ab, ob für den Basistarif eine Mindestverweildauer vorgeschrieben werde. Bei zwei bis drei PKV könnte es durch den Basistarif und die Wechselmöglichkeit zu erheblichen Problemen kommen. Momentan stehe die Mehrzahl der Unternehmen gut da. Das belegen auch die Bewertungen. Fünf Mal vergab Fitch ein AA und damit die zweitbeste Einstufung. Schmücken dürfen sich damit die Allianz, die AXA, die Central, die DBV Winterthur und die DKV.
Wie die Zukunft für die private Krankenversicherung aussehen wird, richtet sich nun nach mehreren Faktoren: Dem Basistarif und der mögliche Verweildauer von 24 oder gar 36 Monaten sowie dem stärkere Wettbewerb bei den Zusatzversicherungen, da auch die gesetzlichen Krankenkassen Wahltarife anbieten dürfen. Ein weiteres Problem, mit dem die PKV zu kämpfen haben und das sich insbesondere auf das Neukundengeschäft auswirkt, ist der schwere Zugang zu einer privaten Krankenversicherung. Drei Jahre lang müssen mehr als 48.150 Euro im Jahr verdient werden.
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