Mo 9 Jun 2008
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt über die Zukunft der PKV
Geschrieben von krankenversicherung unter News
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP hat sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt jetzt zu zwei Themen geäußert: Den steigenden Kosten für Arzneimittel und die Zukunft der privaten Krankenversicherung. Patienten, PKV und die pharmazeutische Industrie müssen sich auf einige Änderungen einstellen, die für viele einer recht bitteren Pille gleichkommen. Einige Ideen der SPD-Politikerin sind neu, andere scheinen immer mal wieder aus der Versenkung geholt und neu in die Diskussion eingebracht zu werden.
Was die Arzneimittelausgaben betrifft, hat Ulla Schmidt ein relativ einfaches Rezept: Geht es nach ihren Wünschen, werden Hausärzte in Zukunft nur noch günstige Arzneimittel verschreiben dürfen. Teure Medikamente und Therapien sind ab dann Sache der Spezialisten. Die Bundesgesundheitsministerin reagiert mit dieser Aussage auf die rasch wachsenden Ausgaben und warnt die Hersteller. Die Industrie könne die medizinische Versorgung auf diesem Weg nicht auf Dauer leisten. „Kein System der Welt kann sich erlauben, dabei tatenlos zuzuschauen“, so Ulla Schmidt gegenüber AP. Sie scheue sich nicht, Maßnahmen gegen unfaire Preise zu ergreifen.
Schwarz sieht die Sozialdemokratin für die private Krankenversicherung in ihrer jetzigen Form. Auf lange Sicht könne die PKV für Gesunde und Gutverdiener nicht bestehen. Alle Versicherer müssten jeden aufnehmen und einen einheitlichen Leistungskatalog bieten. Die Bundesgesundheitsministerin spricht sich nach wie vor für eine Bürgerversicherung aus und fordert, dass sich auch die PKV am neuen System mit Gesundheitsfonds und Finanzausgleich der Versicherer beteiligen. Da die privaten Krankenversicherungen ebenfalls unter den steigenden Kosten litten, müssten auch sie Interesse am Risikoausgleich haben.
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