PKV-Neukunden werden für ihre Gesundheit ab 2009 deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wird auf Dauer aber eines der beherrschenden Themen bei den privaten Krankenversicherungen sein. Sie wagen jetzt den Blick in die Glaskugel und ziehen ihre Bilanzen zu Rate, um ungefähr abschätzen zu können, um wie viel die Prämien für neue Kunden steigen werden. Roland Weber, Vorstand von Deutschlands größter privaten Krankenversicherung und seines Zeichens Versicherungsmathematiker, legte jetzt erste Zahlen vor. Demnach werden die Beiträge um bis zu 25 Prozent ansteigen. Im Schnitt rechnet er mit 15 Prozent höheren Kosten.

Die Ursache ist allseits bekannt: Die Gesundheitsreform, insbesondere die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln und die Altersrückstellungen mitnehmen zu können, wirken sich negativ auf die Kalkulation aus. Als zweitrangig werten die PKV dabei den Basistarif, der kaum ins Gewicht fallen werde. Der neue Tarif, vergleichbar mit dem, was die gesetzlichen Krankenkassen an Leistungen erbringen, werde von allen Privatversicherern subventioniert. Für die Kunden, so Roland Weber, resultiere daraus ein Aufschlag in Höhe von rund 1,2 Prozent. Bei den übrigen Tarifen, die sich an Arbeitnehmer und Selbständige richten, werde es für Neukunden erheblich teurer. Positiv verlaufe die Entwicklung aktuell nur für Beamte.

Die Debeka selbst geht davon aus, dass ihre Neukunden zwischen zwei und acht Prozent mehr berappen müssen, wenn sie sich private krankenversichern wollen. Für die Bestandskunden will die Debeka die Preise stabil halten und bis Ende 2009 das bisherige Niveau halten. Das liegt unter anderem daran, dass das Unternehmen zu den wenigen gehört, denen es (noch) gut geht. Die meisten der 48 PKV, die in der Bundesrepublik aktiv sind, verlieren seit Jahren Marktanteile und haben es gerade im Neukundengeschäft schwer. Die Folge könnte sein, dass die bestehenden Kunden stärker zur Kasse gebeten werden, um neue Kunden mit niedrigeren Beiträgen zu locken.