Neben den Kunden privater Krankenversicherungen müssen sich auch die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen demnächst auf höhere Beiträge einstellen. Schon zum 1. Juli werden nach Auskunft des Bundesversicherungsamtes mindestens 20 GKV den Beitragssatz nach oben korrigieren. Um welche Krankenversicherungen es sich dabei konkret handelt, wurde nicht gesagt. Aktuell werden durchschnittlich 14,85 Prozent berechnet. Der neue Satz dürfte die 15-Prozent-Marke erreichen. Ein Ende ist damit noch nicht in Sicht. 2009 soll es die nächsten Anpassungen geben.

Das größte Problem für die GKV – insgesamt buhlen 217 Krankenkassen um Kunden – sind die stark gestiegenen Kosten für Arzneimittel. Sie sind einer der Gründe dafür, dass sich im ersten Quartal ein Defizit von 1,1 Milliarden Euro angesammelt hat, damit weitaus mehr als im vorigen Jahr. Für die Krankenkassen ist dies die letzte Chance, von sich aus und in eigener Verantwortung eine Beitragserhöhung vorzunehmen, um die Finanzen zu sanieren. Denn ab 2009 gilt im Zuge der Gesundheitsreform ein einheitlicher Beitragssatz, der von der Bundesregierung für alle GKV festgelegt wird.

Günstiger wird es für die Versicherten dadurch nicht. Das Bundesversicherungsamt geht davon aus, dass der Einheitssatz über dem heutigen Durchschnitt liegen wird. „Jedem muss klar sein: Es wird nicht billiger als bisher“, so Josef Hecken, Chef der Behörde. Dabei verweist er vor allem auf die bessere Vergütung für Ärzte, die angestrebt wird, die Arzneimittelkosten und die höheren Ausgaben für die Krankenhäuser. Der Gesundheitsfonds habe damit nichts zu tun. Die Zusatzkosten fielen auch so an. Daher verlangen die GKV, den Fonds nicht zu eng zu bemessen, damit alle Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung darüber gedeckt sind. Ansonsten müssten viele Kassen Zusatzbeiträge verlangen.

Weitaus mehr bezahlen müssen demnächst – wie gestern berichtet – auch die Kunden der privaten Krankenversicherungen. Neukunden werden nach Berechnungen der Debeka bis zu 25 Prozent höhere Prämien in Rechnung gestellt. Laut PKV-Verband liege der Aufschlag bei durchschnittlich zehn Prozent, wobei eine einheitliche Vorhersage angesichts der vielen Tarife nicht möglich sei.