Die erste private Krankenversicherung streicht angesichts des hohen Aufwandes, der mit der Umsetzung der Gesundheitsreform verbunden sein wird, die Segel. Die Bayerische Beamten Versicherung (BBV) hat die PKV-Sparte an die Bayerische Beamtenkrankenkasse verkauft, die zur Versicherungskammer Bayern und damit der Sparkassen-Finanzgruppe gehört. Für kleinere PKV lohne sich der Aufwand nicht mehr, hieß es seitens der BBV, die rund 2.700 Vollversicherte und 15.000 Kunden mit Zusatzversicherung betreute.

Dass die Bayerische Beamtenkrankenkasse den Zuschlag erhielt und nicht eines der anderen Unternehmen, die ihre Fühler ausstreckten, kommt nicht von ungefähr. Schon bevor die BBV eine eigene private Krankenversicherung anbot, haben ihre Vertreter Policen für die Beamtenkrankenkasse vermittelt. „Die Versicherungskammer war immer unser Wunschpartner“, so der Sprecher der Bayerischen Beamten Versicherung. Beide Unternehmen hätten schon immer eine gute Beziehung gehabt. Diese Zusammenarbeit wird auch nach dem Verkauf fortgesetzt. Die BBV ist nun wieder Vertriebspartner für die Versicherungskammer Bayern. Sie hat sich vorgenommen, ihre Wachstumsstrategie weiter fortzusetzen, so Vorstandsvorsitzender Axel Kampmann. Die Bayerische Beamtenkrankenkasse hat im Moment 370.000 Vollversicherte in ihren Reihen und kommt auf ein Prämienvolumen von 1,2 Milliarden Euro. Das macht sie zur sechstgrößten privaten Krankenversicherung in Deutschland.

Beim Verkauf der Bayerischen Beamten Versicherung wird es nicht bleiben. Experten vermuten, dass in Zukunft noch weitere Unternehmen ihre private Krankenversicherung aufgeben werden. Bereits jetzt steht fest, dass die KarstadtQuelle Versicherungen sich aus dem Segment der PKV-Vollversicherung zurückziehen werden. Sämtliche Verträge gehen an die Schwestergesellschaft DKV.