Die Gesundheitsreform und die damit verbundene Versicherungspflicht haben den gesetzlichen Krankenkassen auf der einen Seite viele neue Mitglieder gebracht. 100.000 sind es insgesamt, die seit April 2007 wieder krankenversichert sind - verteilt auf die einzelnen GKV. Das Problem: Viele der neuen Kunden haben eine äußerst schlechte Zahlungsmoral und halten nicht viel davon, ihre Beiträge zu entrichten. Mit diesem Ärgernis haben die privaten Krankenversicherungen derzeit noch nicht zu kämpfen. Allerdings gilt die Versicherungspflicht hier auch erst ab 2009 und dürften sich ähnliche Schwierigkeiten ergeben.

Bei den gesetzlichen Krankenkassen gilt, dass ein Ausschluss von Kunden, die wieder aufgenommen wurden, nicht mehr gestattet ist. Für viele der Kassen könnte das zum finanziellen Fiasko werden. Zwar gilt die Verpflichtung zur Beitragszahlung und müssen bei verspäteter Rückkehr auch die bis dahin aufgelaufenen Beiträge entrichtet werden – was zu recht hohen Summen führen kann. Daran stören sich viele aber nicht. Sie waren vorher meist nicht versichert, weil sie nicht zahlen konnten und machen munter so weiter.

Bei der BKK Gesundheit sind es schon zwei Millionen Euro, die an Außenständen aufgelaufen sind. In einem Brief an das Gesundheitsministerium macht die Krankenkasse ihrem Unmut nun Luft. Denn drei Viertel der 1.200 Neukunden zahlen nicht. Bei der AOK Rheinland-Hamburg sind es 30 Prozent, bei der AOK Sachsen und Thüringen 50 Prozent. Die Folgen sehen so aus, dass die anderen Kunden auf Dauer die Kosten mittragen müssen. Die privaten Krankenversicherungen haben immerhin den Vorteil, dass zahlungsunwilligen Kunden gekündigt werden kann. Allerdings ist auch das mit einem enormen Aufwand verbunden.