Fr 5 Sep 2008
Zahlen und Fakten zum Gesundheitsfonds
Geschrieben von krankenversicherung unter Gesundheitsreform
Gesetzlich Krankenversicherte werden bald Gewissheit darüber haben, um wie viel ihre Beiträge steigen werden. Die Bundesregierung hat noch bis zum 1. November Zeit, sich Gedanken um den genauen Beitragssatz zu machen. Dann muss er spätestens bekannt gegeben werden. Vermutet wird, dass er sich im Bereich von 15,5 Prozent bewegen wird. Einige Experten rechnen auch mit 15,8 bis 16,0 Prozent. Derzeit werden im Schnitt knapp unter 15 Prozent verlangt. Dass es erheblich teurer wird, liegt an den höheren Ausgaben der Kassen, unter anderem für die Ärzte, denen 2,5 Milliarden Euro mehr zugesprochen wurden, und die Krankenhäuser.
Mitglieder einer GKV müssen also deutlich tiefer in die Tasche greifen. An den Leistungen wird sich nichts ändern. Wer mehr möchte, muss extra bezahlen, wie in der privaten Krankenversicherungen. Einzige Möglichkeit für GKV-Patienten sind Krankenzusatzversicherungen, die demnächst vermehrt auch von den gesetzlichen Kassen – teilweise in Kooperation mit den PKV – angeboten werden. Dass sich die Preisschraube noch einmal zugunsten der Versicherten dreht, wird bezweifelt. Möglich wäre es, wenn mehr Steuergelder in das Gesundheitswesen investiert würden. Das wird allerdings nicht passieren, zumindest nicht, wenn es nach Finanzminister Peer Steinbrück geht.
Das Geld fließt komplett in den Gesundheitsfonds, aus dem die Krankenkassen mit einer Pauschale je Versicherten bedient werden, zuzüglich möglicher Zu- und Abschläge, abhängig von Alter, Geschlecht und Krankheiten der Mitglieder. Wirtschaften die GKV schlecht oder kommen aus anderen Gründen nicht mit dem Geld aus, haben sie die Möglichkeit, einen Zusatzbeitrag zu erheben, maximal ein Prozent des Einkommens. Im positiven Fall gibt es Geld zurück – doch das ist eher unwahrscheinlich. Auszugehen ist davon, dass sich am Tarifsystem der einzelnen GKV etwas ändern wird und vermehrt Wahltarife angeboten werden. Sollte der Gesundheitsfonds im Sinne der finanziellen Deckung nicht funktionieren, was mit einem erhöhten Spardruck zu verhindert versucht wird, und statt 100 nur 95 Prozent der Ausgaben gedeckt sein, steht die nächste Erhöhung ins Haus. Ob der Fonds tatsächlich für mehr Wirtschaftlichkeit bei den GKV sorgt, muss sich zeigen.
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