Einheitsbeitrag und Gesundheitsfonds sind zwei der Fundamente, auf denen die Gesundheitsreform ruht. Beide stehen aktuell in der Kritik. Sorgen machen sich die meisten, so auch die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), um den einheitlichen Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung. Werden momentan durchschnittlich 14,9 Prozent verlangt, gehen Experten zukünftig von bis zu 16 Prozent aus. Dieser deutliche Anstieg belastet jeden in der GKV, besonders aber die freiwillig gesetzlich Krankenversicherten. Sie verlieren zum 1. Januar 2009 den Anspruch auf das Krankentagegeld und müssen entsprechend selbst vorsorgen. Und sie müssen deutlich tiefer ins eigene Portmonee greifen.

Für die privaten Krankenversicherungen könnte sich diese Entwicklung als echter Glücksfall erweisen. Denn angesichts steigender Kosten und eingeschränkter Leistung spielen immer mehr Versicherte mit dem Gedanken, in die PKV zu wechseln und dort von einem höheren Leistungsumfang und teilweise deutlich niedrigeren Beiträgen zu profitieren. Ein solcher Schub wäre für die private Krankenversicherung dringend nötig. Sie leidet schon seit einiger Zeit unter dem schwächelnden Neukundengeschäft, weil die Zugangsvoraussetzungen erschwert wurden. Lediglich bei den Krankenzusatzversicherungen können zunehmend mehr Kunden begrüßt werden.

GKV-Mitglieder, die auf freiwilliger Basis versichert sind und die Voraussetzungen für einen Wechseln in die private Krankenversicherung erfüllen – etwa Selbständige und Freiberufler –, werden mit Spannung auf den Einheitsbeitrag warten. Er wird letztlich den Ausschlag geben, ob die PKV tatsächlich mit einer wahren Neukundenwelle rechnen darf. Auszugehen ist davon, vor allem bei jenen, die Single und zudem noch kerngesund sind. Auf diese Zielgruppe setzen die meisten privaten Krankenversicherer. Ob sie punkten und ihre Kundenzahlen verbessern können, hängt stark davon ab, wie überzeugend ihre Angebote und Tarife sind – auch auf Dauer.