Freiwillig gesetzlich Krankenversicherte trifft die Gesundheitsreform besonders hart. Federte die Kasse krankheitsbedingte Einkommenseinbußen bislang ab, entfällt dieser Notanker ab 2009 und muss privat vorgesorgt werden. Dazu werden die GKV Wahltarife anbieten, die allerdings einen entscheidenden Nachteil haben: Mit seiner Unterschrift bindet sich der Kunde für drei Jahre und kann somit nicht flexibel auf möglicherweise bessere Angebote reagieren. Zudem sind die Krankentagegeldtarife der gesetzlichen Krankenkassen aller Voraussicht nach wesentlich teurer als die von den privaten Krankenversicherungen.

Das bisherige Prinzip sah vor, dass 70 Prozent des Einkommens abgesichert waren – sofern es sich innerhalb der Beitragsbemessungsgrenze bewegt –  und das Krankentagegeld für maximal 78 Wochen in drei Jahren gewährt wurde. Ab 2009 fällt die 70-Prozent-Grenze weg und wird das tatsächliche Einkommen gemäß dem Einkommensteuerbescheid ausschlaggebend sein. Wie sich die Bezugsdauer entwickeln wird, steht noch nicht fest. Für Selbstständige und Freiberufler ergibt sich das Problem, dass bei langanhaltender Krankheit in der Regel auf die Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente verwiesen wird. Bis aus einer solchen Versicherung jedoch Geld fließt, vergehen sechs bis zwölf Monate, in denen die Betroffenen ohne Einkommen sind. Bei einer privaten Absicherung erhält man länger Krankentagegeld und ist damit auf der sicheren Seite.

Klar ist, dass viele gesetzliche Krankenkassen ihre Angebote sehr stark an denen der privaten Krankenversicherungen orientieren werden. Ein Unterschied wird allerdings bleiben: In der GKV wird es im Gegensatz zu den PKV auch zukünftig keine Gesundheitschecks oder Ausschlüsse geben. Das spiegelt sich im Preis wider. Für 80 Euro Tagesgeld, das ab dem 43. Tag gezahlt wird, müsste ein 30jähriger Mann im teuersten Fall 67 Euro im Monat zahlen, wenn er sich für eine Zusatzversicherung bei einer PKV entscheidet. Bei der AOK Berlin, die generell als kostspielig gilt, wären es rund 137 Euro monatlich. Abgesehen vom Preis sollte, raten Experten, besonders auf die Versicherungsbedingungen geachtet werden. Auch in diesem Punkt sind die Unterschiede gewaltig und machen einen Vergleich nötig.