Do 17 Apr 2008
Die Gesundheitsreform verunsichert die Bürger
Geschrieben von krankenversicherung unter Gesundheitsreform
Man kann Umfrageergebnisse schön reden oder – wie es die Bundesregierung jetzt macht – sie als „interessengeleitet“ bezeichnen und damit abwerten. Dabei geht es um eine Studie zur Gesundheitsreform, die von der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegeben und von Forsa ausgeführt wurde. Demnach gehen 92 Prozent der Deutschen davon aus, dass die Reform sie dazu zwingen wird, noch tiefer für die Gesundheit in die Tasche greifen zu müssen. Zweifel am Erfolg und der Wirksamkeit der Gesundheitsreform haben 95 Prozent. Kein Wunder also, dass die Urheber kein gutes Haar an der Umfrage lassen.
Eigene Erhebungen der Regierung hätten laut Auskunft des Gesundheitsministeriums ein ganz anderes Bild gezeigt und ein klares „Ja“ zur Reform von 75 Prozent der Befragten ergeben. Das widerspricht komplett dem, was die 2.000 Erwachsenen im Rahmen der Studie der Techniker Krankenkasse an Antworten gegeben haben. Denn 84 Prozent von ihnen würden lieber noch ein bis zwei Jahren warten, bis der Gesundheitsfonds als zentrales Element der Reform eingeführt wird. Erst dann könne man die finanziellen Konsequenzen aus diesem Schritt einschätzen. Dass der Fonds mehr Bürokratie mit sich bringt, glauben drei Viertel. 80 Prozent befürchten sogar, dass die Zuschüsse des Staates noch weiter gekürzt werden, und 71 Prozent, dass die einheitlichen Beiträge (gegen die rund 66 Prozent sind), hin zur Einheitskasse führen. An mehr Gerechtigkeit glaubt dabei kaum jemand. Rund 75 Prozent sprechen der Reform die soziale Gerechtigkeit ab.
Nach sehr viel Zustimmung klingt das nicht. Die Bürger stoßen vielmehr in das gleiche Horn wie die privaten Krankenversicherungen, die bereits Beschwerde gegen die Gesundheitsreform eingelegt haben. Ein Einlenken der Regierung ist derzeit allerdings nicht zu erwarten. Vielleicht kommt es so, wie 95 Prozent der Studienteilnehmer prognostizieren und es muss nachgebessert werden.
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