Mo 28 Apr 2008
PKV-Patienten erhalten öfter innovative Medizin
Geschrieben von krankenversicherung unter Allgemein
Die pharmazeutische Industrie bringt Jahr für Jahr neue Medikamente auf den Markt, teilweise mit vollkommen neuen Wirkstoffen, die eine schnellere und bessere Heilung versprechen. Von den Erfolgen der Forschung profitieren allerdings nicht alle Patienten gleich. Seit einigen Jahren untersucht das wissenschaftliche Institut der privaten Krankenversicherungen die indikationsbezogene Innovationsquote der Kassen – sprich, ob Innovationen der Pharmazie bei gleichem Befund auch zum Einsatz kommen. Das Ergebnis ist eindeutig. Die PKV zeigt sich in diesem Punkt wesentlich offener für Neues als die gesetzlichen Krankenkassen.
Die PKV haben mehr Spielraum, sagt Dr. Frank Wild, der die Studie erarbeitet hat. Die meisten privaten Krankenversicherungen erstatten auch die Kosten für neue Medikamente. Die gesetzlichen Krankenversicherungen hingegen fordern von den Ärzten aus Kostengründen vermehrt, günstige Arzneimittel zu verschreiben. Für das Jahr 2005 ergab sich daraus eine Quote von 7,3 Prozent bei den PKV und 5,3 Prozent bei den GKV. Um stimmige Zahlen zu erhalten, wurden dazu die Verordnungen neuer Medikamente mit der Gesamtzahl der Verordnungen zu einer Erkrankung abgeglichen.
Als innovativ gelten bei der Studie sämtliche Pharmazeutika, die seit 1995 auf dem Markt sind. In der Regel sind sie teurer als Medikamente, die schon längere Zeit verordnet und verkauft werden. Die Vorzüge innovativer Medizin sieht Dr. Frank Wild vor allem in zwei Punkten, die er in seinem Arbeitspapier allerdings nicht belegt: Sie beschleunigen die Heilung und haben weniger Nebenwirkungen. Insgesamt führten diese Eigenschaften dazu, dass weniger Geld ausgegeben werde.
- Privat Versicherte werden seltener in die Klinik überwiesen
- Positionspapier der PKV zum Streitthema „Zwei-Klassen-Medizin“
- Bundesbürger lassen sich ihre Gesundheit rund 900 Euro im Jahr kosten
- Privatpatienten wollen keine Neuerungen
- HanseMerkur bekennt sich zur Medizin erster Klasse
