Die privaten Krankenversicherungen arbeiten ständig an neuen Tarifen und Tarifmodellen. Gerade jetzt, da Anfang 2009 mit dem Basistarif und der Wechselmöglichkeit ein gravierender Einschnitt droht, werden viele PKV aktiv. In welche Richtung sich die Verträge bewegen könnten, deutete jetzt Arno Schubach, Fachanwalt für Versicherungsrecht, im Gespräch mit Journalisten an. Seiner Ansicht nach bewege man sich in der privaten Krankenversicherung immer mehr in Richtung der Sachleistungen, deren Bedeutung im Vergleich zur reinen Kostenerstattung deutlich zunehme.

Die Unternehmen setzten auf eine effektivere Kostensteuerung, indem sie dort ansetzten, wo die Leistungen für die Patienten erbracht werden: bei den Ärzten. Die Grundlage dafür habe die Reform des Versicherungsvertragsgesetzes geschaffen. DKV und Victoria beispielsweise hätten Tarife im Programm, bei denen die PKV ihre Versicherten gezielt zu bestimmten Ärzten lotse. Die Verträge seien unter dem Strich zwar günstiger. Dafür wüssten viele Interessenten nicht genau, wie sich das auf die später gebotenen Leistungen auswirke. Zu vermuten sei, dass die privaten Krankenversicherungen genau beobachten werden, wie sich die Kosten bei einzelnen Ärzten entwickelten, und dann entscheiden, zu wem sie die Versicherten schicken. In der Rechtsschutzversicherung ist dieses Vorgehen schön länger Usus. Auch hier wird nur mit bestimmten Anwälten kooperiert.

Damit jeder wisse, auf welchen Tarif mit welchen Konsequenzen er sich einlasse, müsse die Beratung entsprechend qualifiziert sein. „Sie wird immer wichtiger“, betont Schubach. Nur auf die Prämie zu achten, sorge später schnell für böse Überraschungen. Kunden seien gut beraten, wenn sie beim Vermittler auf ihre Rechte pochten. Dazu gehörten einerseits die ausführliche Beratung und anderseits auch die Dokumentation der Beratung. Wenn sich ein Vermittler davor drücke oder nur Standardformulierungen nutze, sollte man bei ihm keinen Vertrag für eine PKV unterzeichnen. Schließlich soll die private Krankenversicherung ein Leben lang halten und nicht nur Ärger bereiten.