Die höheren Hürden, die seit dem 2. Februar 2007 für den Wechsel in eine private Krankenversicherung gelten – das Einkommen muss drei Kalenderjahr in Folge über der Versicherungspflichtgrenze liegen – haben sich deutlich auf die Zahl der Nettoneuzugänge ausgewirkt. Waren es 2006 noch 116.100 Personen, die sich für die PKV entschieden haben, sank die Zahl in 2006 um fast 50 Prozent auf 59.000. Die privaten Krankenversicherer befürchten, dass dieser Trend aufgrund der politischen Vorgaben anhalten wird. Insgesamt sind 8,55 Millionen Menschen in einer PKV vollversichert, was immerhin einem Plus von 0,7 Prozent zum Vorjahr entspricht.

Das Neugeschäft verschiebt sich immer weiter Richtung Krankenzusatzversicherungen. In diesem Bereich verzeichneten die Unternehmen einen deutlichen Zuwachs. Ihr Anteil an den Gesamtbeitragseinnahmen liegt jedoch nach wie vor recht niedrig. 12,6 Prozent sind es aktuell. Die Vollversicherungen machen 72 Prozent aus. Krankenhaustagegeld, Auslandsreisekrankenversicherungen, Krankentagegeld und die private Pflegeversicherung liefern die übrigen Beitragseinnahmen.

Neben den Krankenzusatzversicherungen für gesetzliche Versicherte erweisen sich bei den PKV auch die Pflegezusatzversicherungen immer mehr als Zugpferd. Sie legten im vergangenen Jahr um 18,5 Prozent zu. Die Zahl der Personen, die eine zusätzliche Absicherung nutzen, hat damit erstmals die magische Grenze von einer Million überschritten. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung immer noch ein recht karger Anteil. Um das zu ändern, soll die Notwendigkeit der Pflegezusatzversicherungen noch weiter betont werden.

Die Zahlen im Detail:

  • Beitragswachstum: + 3,4 Prozent
  • Beitragseinnahmen aus der Kranken- und Pflegeversicherung: 29,46 Milliarden Euro
  • Versicherungsleistungen für die Kranken- und Pflegeversicherung: 18,79 Milliarden Euro, das entspricht bei der Krankenversicherung einem Plus von 5,5 Prozent und bei der Pflegeversicherung einem Zuwachs um 1,8 Prozent.
  • Altersrückstellungen: PKV 104 Milliarden Euro, Pflege 17,5 Milliarden Euro, insgesamt 121,5 Mrd. Euro. Das sind sieben Prozent mehr als 2006.