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Private Pflegerentenversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt meist nur einen Teil der entstehenden Kosten bei Pflegebedürftigkeit ab – je nach Pflegestufe übernimmt die Pflegekasse maximal 1.550 Euro pro Monat (Pflegestufe III) bzw. bei Härtefällen 1.918 Euro (Stand: 2013). Um die reellen Ausgaben zu decken reichen diese Summen allerdings selten aus. Wird z. B. eine Unterbringung im Pflegeheim notwendig, ist teilweise mit Mehrkosten von 1.000 Euro und mehr zu rechnen. Genügen die eigenen Rücklagen oder die vorhandene Rente nicht, um die entstehenden Finanzlücken zu schließen, sind die Angehörigen in der Pflicht. Alternativ bieten Versicherungsgesellschaften seit einigen Jahren die sogenannte private Pflegerentenversicherung. In der folgenden Aufstellung haben wir die wichtigsten Fragen zur privaten Pflegerentenversicherung für Sie beantwortet:

Welche Leistungen umfasst eine Pflegerentenversicherung?

Inhaber einer Pflegerentenpolice erhalten bei Pflegebedürftigkeit lebenslang eine monatliche Pflegerente. Im Basistarif zahlt die Assekuranz ab der Pflegestufe III den vereinbarten Betrag in vollem Umfang. In den Pflegestufen I bzw. II wird indes eine anteilige Summe angewiesen. Alternative Modelle bieten bereits ab Pflegestufe I die komplette Versicherungsleistung. Wichtig: Neben den Garantieleistungen profitieren Versicherungsnehmer in der Regel von einer Überschussbeteiligung.

Wie erfolgt Einstufung in eine Pflegestufe?

Die Einstufung in die Pflegestufen wird bei privaten Versicherern üblicherweise durch einen Gutachter des Dienstleisters Medicproof übernommen. Bei gesetzlichen Versicherungen führt ein Gutachter des Medizinischen Dienstes (MDK) die Begutachtung durch. Potentiell kommt alternativ ein unabhängiger Gutachter zum Einsatz. Versicherungsnehmer verfügen generell über ein Widerspruchsrecht.

Ist eine Gesundheitsprüfung bei Abschluss der privaten Pflegerentenversicherung notwendig?

Ja. Vor Abschluss einer privaten Pflegerentenversicherung wird von vielen Versicherungsgesellschaften meist eine Gesundheitsprüfung verlangt bzw. muss der potentielle Versicherungsnehmer einige Gesundheitsfragen beantworten. Je nachdem wie das Ergebnis ausfällt sind eventuell Risikozuschläge zu zahlen. Unter Umständen kann der Versicherer den Antragsteller aufgrund von Vorerkrankungen ablehnen. Qualitativ und quantitativ sind die zu beantwortenden Fragenkataloge sehr unterschiedlich – je nach Versicherungsgesellschaft sowie gewähltem Tarif.

Lassen sich die gewählten Leistungen nachträglich erhöhen?

Eine Erhöhung der Leistungen ist bei vielen Versicherern prinzipiell möglich – sogar wenn die Pflegebedürftigkeit schon besteht. Insbesondere bei sehr langen Zeiträumen zwischen Vertragsabschluss und Pflegebedürftigkeit kann eine nachträgliche Anpassung sinnvoll sein. Inwiefern eine weitere Gesundheitsprüfung nötig wird, hängt von der Assekuranz ab.

Für welche Zwecke darf die private Pflegerente eingesetzt werden?

  • Für welche Zwecke der Versicherte die private Pflegerente einsetzt bleibt ihm überlassen. Entsprechend lassen sich daraus auch Aufwandsentschädigungen für Angehörige sowie Kosten für Haushaltshilfen finanziell bewältigen.

Wovon sind die Beiträge in die private Pflegerentenversicherung abhängig?

  • Die Beitragshöhe in der privaten Pflegerentenversicherung ist in erster Linie vom Alter des Versicherungsnehmers, seinem Gesundheitszustand sowie dem gewählten Leistungsumfang abhängig. Bei Versicherungspolicen ab dem 21.12.2012 darf eine geschlechtsspezifische Unterscheidung zwischen Männern und Frauen keine Rolle mehr bei der Prämiengestaltung spielen. Stattdessen gelten einheitliche Unisextarife.
  • Tipp: Der Versicherungsvertrag sollte möglichst in jungen Jahren abgeschlossen werden. So lassen sich Risikozuschläge vermeiden und besonders günstige Prämien vereinbaren. Die Beiträge sind meist langfristig festgeschrieben. Alternativ bieten viele Assekuranzen eine dynamische Beitragsanpassung. Letztere gewährt, dass die finanziellen Leistungen mit den steigenden Kosten des Gesundheitswesens Schritt halten.

Sind private Pflegeversicherungen förderfähig?

Seit 2013 besteht die Option einer staatlichen Förderung der privaten Pflegeversicherung. Gefördert wird mit einem Zuschuss von 5 Euro pro Monat, also 60 Euro im Jahr („Pflege-Bahr“). Was zunächst übersichtlich klingt, erweist sich bei näherer Betrachtung als nicht unattraktiv. So sind die Kosten einer privaten Pflegerente bei frühzeitigem Abschluss überschaubar und inklusive der Förderung noch niedriger. Darüber hinaus bedingt der staatliche Zuschuss unter anderem eine Deckelung der Provisionen des Versicherungsvertrags (2 statt üblicherweise bis zu 8 Monatsbeiträge) und begrenzt die Verwaltungskosten.

Sind Einmalzahlungen möglich?

  • Eine private Pflegerentenversicherung lässt sich über monatliche Beiträge oder mittels Einmalzahlung abschließen

Kann die Beitragszahlung unterbrochen werden?

  • Eine Beitragsfreistellung oder eine langfristige Unterbrechung der Beitragszahlung kann der Versicherungsnehmer bei seiner Versicherung beantragen. Allerdings sind unter diesen Umständen verringerte Leistungen im Pflegefall zu erwarten.

Lässt sich eine private Pflegerentenversicherung kündigen?

  • Ja. Die Kündigung ist üblicherweise mit einer Kündigungsfrist versehen. So sind Kündigungen z. B. drei Monate zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Die Kündigung muss in der Regel schriftlich erfolgen. Wird der Versicherungsbeitrag erhöht, hat der Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Ob und inwieweit der Versicherungsnehmer seine eingezahlten Beiträge zurück erhält, hängt von der individuellen Vertragsgestaltung ab.

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