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Pflegeversicherung

Welche Leistungen gibt es in der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Beratung

Seit Einführung des Pflegereformgesetzes (Pflege-Weiterentwicklungsgesetz – PfWG) im Juli 2008 stehen die Pflegekassen in der Pflicht, Empfängern und Antragstellern von Pflegeleistungen und ihren Angehörigen beratend zu Seite zu stehen. Den Angehörigen müssen ebenfalls kostenlose Pflegekurse ermöglicht werden, die in den meisten Fällen von Pflegediensten oder Sozialstationen angeboten werden.
Finanzielle Leistungen

  Beschreibung Stufe I
monatl. € 2011/2012
Stufe II
monatl. € 2011/2012
Stufe III
monatl. € 2011/2012
Stufe IIIa
monatl. € 2011/2012
225/235 430/440 685/700 -
440/450 1040/1100 1510/1550 bis 1918
1510/1550 1510/1550 1510/1550 -
440/450 1040/1100 1510/1550  
1023 1279 1510/1550 1825/1918

Die einzelnen Pflegestufen:

  • Stufe I: erheblich pflegebedürftig
  • Stufe II: schwer pflegebedürftig
  • Stufe III: schwerst pflegebedürftig
  • Stufe IIIa: Härtefälle

Zusätzliche Betreuung

Wird im medizinischen Gutachten ein "erheblicher Betreuungsbedarf" festgestellt und somit zusätzliche Betreuung notwendig werden, beispielsweise bei Demenzkranken, gibt es zusätzlich zur Pflegestufe 1.200 Euro bzw. 2.400 Euro pro Jahr.

Pflegehilfsmittel und technische Hilfen

Hilfsmittel zur Pflege sind Sachen und Geräte, die Beschwerden lindern und die Pflege erleichtern.
Bei technischen Hilfen (beispielsweise Pflegebetten, Rollstühle, etc.) müssen Versicherte eine Eigenleistung von 10 %, höchstens jedoch 25 Euro zuzahlen.

Für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel wie Einmalhandschuhe oder Betteinlagen erstattet die Pflegekasse monatlich bis zu 31 Euro.

Wohnungsumbau

Werden Umbauten in der Wohnung des Pflegebedürftigen notwendig, unter anderem die Verbreiterung der Tür, Einbau einer Dusche oder Rampen für Rollstuhlfahrer, gewährt die Kasse pro Maßnahme einen Zuschuss von maximal 2.557 Euro.
Ist ein altersgerechter Umbau nicht möglich, bezuschusst die Kasse einen Umzug.

Hausnotruf

Allein lebenden Pflegebedürftigen finanziert die Pflegekasse ein Hausnotrufsystem.
Durch dieses Telefonzusatzgerät wird ein Hilferuf direkt an eine rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale weitergeleitet.

Soziale Absicherung von Pflegepersonen

Ehrenamtlich Pflegende erhalten die soziale Absicherung durch die gesetzliche Pflegeversicherung. Die Rentenbeiträge werden durch die Pflegekasse allerdings nur übernommen, sofern der Pflegende den Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig wenigstens 14 Stunden wöchentlich pflegt und nur bis zu 30 Stunden in der Woche erwerbstätig ist.

Wie werden die Leistungen beantragt?

  1. Der Versicherte beantragt Leistungen aus der Pflegeversicherung bei seiner Krankenkasse. Der formlose Antrag kann schriftlich oder telefonisch eingereicht werden. Die Pflegekasse stellt ein Formular zur Verfügung, das ausgefüllt zurückgeschickt werden muss.
  2. Ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) oder der Firma Mediproof (bei Privatversicherten) verschafft sich bei einem Besuch einen einen Eindruck über die Pflegesituation. Beim Hausbesuch sollte ein Angehöriger oder Bekannter, der den Bedarf der zu pflegenden Person genau kennt, anwesend sein.
  3. Der Mitarbeiter erstellt ein Gutachten und ordnet je nach Schwere der Pflegebedürftigkeit eine der drei Pflegestufen zu. Zwischen Antrag und Bewilligung der Pflegestufe dürfen nicht mehr als fünf Wochen liegen.
  • Pflegestufe I:
    Grundpflege mindestens 1 x t äglich, mind. 45 Minuten – 1,5 Stunden Gesamtpflegedauer
  • Pflegestufe II:
    Grundpflege mindestens 3 x täglich, mind. 120 Minuten – 3 Stunden Gesamtpflegedauer
  • Pflegestufe III:
    Grundpflege rund um die Uhr, mind. 240 Minuten – 5 Stunden Gesamtpflegedauer
  • Pflegestufe IIIa/Härtefall:
    Außergewöhnlich hoher Pflegeaufwand, der den Hilfebedarf der Stufe III übersteigt.

Ist ein Pflegetagebuch hilfreich?

In Vorbereitung der Erstellung des Gutachtens ist es eine gute Hilfe, wenn durch den Versicherten oder einen Angehörigen ein Pflegetagebuch geführt wird.
Das Pflegetagebuch sollte über den Verlauf einer Woche geführt werden und Tätigkeiten und Hilfen der pflegenden Personen sowie deren Dauer (in Minuten) und Häufigkeit (am Tag, in der Woche) enthalten.

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