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Informationspflichten bei der privaten Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung bietet Leistungen nach Wunsch. Jeder PKV-Versicherte hat die Möglichkeit, die Grundversorgung um beliebig viele weitere Elemente zu erweitern. Diese Option stellt allerdings keinen Freibrief dar, sollte man die Dienste der Versicherung in Anspruch nehmen müssen. Vorher sollte man sich informieren, in welchem Umfang die PKV für die Kosten aufkommt, und sie über die Behandlung oder Reha-Maßnahme in Kenntnis setzen, um Ärger zu vermeiden. Diesbezüglich zwei Urteile:

Nach einem Schlaganfall verbrachte eine Frau im Anschluss an die stationäre Behandlung fünf Monate in einem Rehabilitationszentrum und verlangte von ihrer privaten Krankenversicherung die Übernahme der Kosten. Die PKV weigerte sich und wollte nur für zehn Wochen aufkommen, weil sich am Wohnort der Patientin ein entsprechendes Zentrum befindet. Ein höherer persönlicher Aufwand, den die Frau in der Klage nannte, sah das Oberlandesgericht Koblenz nicht. Sie wäre nicht unzumutbar belastet worden. Die Versicherung müsse nur die Kosten für den Zeitraum tragen, der medizinisch erforderlich sei, und eine Behandlung in einer ambulanten Reha-Klinik nicht durchgeführt werden könne. (Aktenzeichen: 10 U 216/06).

Das Oberlandesgericht Frankfurt musste sich mit der Frage befassen, ob Versicherte eine schriftliche Zusage zur Kostenübernahme durch ihrer privaten Krankenversicherung für eine stationäre oder ambulante Psychotherapie benötigen. Die Antwort lautet: Ja. Der Kläger hatte nach einem Verkehrsunfall eine entsprechende Therapie gemacht, sich vorher aber nicht wie in den allgemeinen Geschäftsbedingungen gefordert das Einverständnis für die Übernahme der Kosten eingeholt. Diese Klausel stelle weder eine unangemessene Benachteiligung des Versicherten dar, noch sei sie nicht zumutbar, so die Richter. Es gehe dabei ausschließlich darum, vorab den Leistungsumfang mit der privaten Krankenversicherung abzuklären. Sinn dieser Regel sei, Auseinandersetzungen zu vermeiden. (Aktenzeichen: 7 U 193/05)

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