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EU fordert Gleichberechtigung bei den Prämien für die PKV

Bisher ist es Praxis, dass Frauen bei der privaten Krankenversicherung aufgrund der besseren Lebenserwartung höhere Prämien bezahlen müssen. Geht es nach dem Willen der EU-Kommission ist damit bald schon Schluss. Die Krankenversicherer – betroffen sind unter anderem auch die Lebensversicherungen – sollen für Frauen und Männern gleiche Versicherungstarife anbieten, bei denen die Lebenserwartung keine Rolle spielt. Als kleinen Ausgleich bietet die EU an, dass Männer dafür weniger für die Auto- oder Risiko-Lebensversicherung bezahlen müssen. Die Kommission wolle damit, so Anna Diamantopoulou, eine neue Ära der Anti-Diskriminierungspolitik in Europa einläuten.

Der Gesetzesvorschlag orientiert sich am Auftrag, den die EU-Regierungschefs zur Gleichberechtigung der Geschlechter gegeben haben und bezieht sich auf Dienstleistungen sowie Warenangebote. Der Solidargedanke, der bei den gesetzlichen Versicherungen bereits greift, soll damit auch im privaten Sektor Einzug halten. Einer der Gründe dafür ist, dass viele Regierungen ihre Bürger immer mehr dazu auffordern, sich mit privaten Versicherungen wie den Krankenzusatzversicherungen der PKV abzusichern. Frauen dürften dabei nicht länger benachteiligt werden.

Biologische Gründe spielten laut Studien keine ausschlaggebende Rolle mehr im Bezug auf die unterschiedlichen Lebenserwartungen. Berücksichtige man den sozialen Status, die Umwelt und die Ernährung, könne nur von einem Unterschied von maximal zwei Jahren ausgegangen werden. Viele Versicherungen, erklärte die EU-Kommissarin, arbeiteten nach wie vor mit uralten Tabellen und bestraften Frauen mit höheren Prämien, nur weil sie als Frauen geboren wurden.

Inwieweit sich das Beitragsgefüge der Unternehmen durch den Vorstoß ändern werde, könne nur schwer vorausgesagt werden. Dass es so kommen wird, zeichnet sich schon ab. Die Versicherungswirtschaft kündigt bereits Preissteigerungen an. Bei der Riester-Rente, rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, werde die Prämie vermutlich um bis zu zehn Prozent angehoben. Noch deutlicher wird sich die Gleichberechtigung bei der privaten Krankenversicherung auswirken. Der Verband der PKV schließt nicht aus, dass er den Europäischen Gerichtshof einschalten wird, wenn sich die EU mit ihrer Idee durchsetzt.

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