Beamtenbund fordert Sicherheit für Kunden von PKV und GKV
Der Ruf nach einer Einheitsversicherung, den drei große Konzerne für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in einem Arbeitspapier schriftlich fixiert haben, schlägt weiter Wellen. Nach dem Verband der PKV, Ärzten, einzelnen privaten Krankenversicherungen und Politikern meldete sich jetzt der „Deutsche Beamtenbund e.V. Beamtenbund und Tarifunion“, kurz dbb, zu Wort und ließ kein gutes Haar an dem Vorstoß. „Die unausgegorenen Vorschläge gehören zurück in die Schublade“, bringt der bdd seine Meinung auf den Punkt.
Der stellvertretende Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt verlangt im Namen der acht Millionen PKV-Kunden, darunter vier Millionen Beamtinnen und Beamte, dass die vertraglich zugesicherten Ansprüche nicht weiter in Frage gestellt werden. „Versicherung braucht Sicherheit“, machte er deutlich. Gleichzeitig stellt er sich auf die Seite der 70 Millionen gesetzlich Versicherten: „Sie wollen sich nicht auf eine Minimalversicherung mit Zusatzprämie verweisen lassen.“
Vorteile biete der Vorschlag der PKV nur den Arbeitgebern, weil sie sich damit noch weiter aus der paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung verabschieden könnten. Dass sich die Arbeitgeber später über den Basisschutz hinaus engagieren würden, sei mehr als unwahrscheinlich. Dabei stelle sich auch die Frage, welche Leistungen, die heute von den gesetzlichen Kassen geboten werden, überhaupt gekürzt werden könnten. Derzeit sei das Leistungsspektrum wirtschaftlich, zweckmäßig und ausreichend. Für Kürzungen sei kein Raum.
Genauso wenig sei ein Rückzug der privaten Krankenversicherung nachvollziehbar. Einerseits, weil sie Rücklagen gebildet habe, andererseits, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Gesundheitsversorgung leiste. Die PKV sei für Beamtinnen und Beamten derzeit die einzige Option, mit der sie ihre staatlichen Beihilfeansprüche passgenau ergänzen könnten. „Um das Vertrauen der Versicherten von PKV und GKV nicht länger auf die Probe zu stellen, muss die Diskussion schnellstens beendet werden“, so Klaus Dauderstädt.
