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Gesetzliche Krankenkassen: Praxisgebühr oder Kassengebühr?

Die Gesetzlichen Krankenkassen konnten aktuell einen Überschuss vermelden, der Zusatzbeitrag für viele könnte bald wieder Vergangenheit sein – und schon kochen neue Diskussionen hoch. Forderungen werden laut, statt der Praxisgebühr eine Arztgebühr von fünf Euro je Arztbesuch einzuführen. Oder: eine Kassengebühr, durch welche die Praxisgebühr dann abgeschafft werden könnte.

Das eine wie das andere ist mit einem Verwaltungsaufwand verbunden, der erst einmal bezahlt werden muss. Durch die vielen Nichtzahler der Praxisgebühr und den Problemen beim Eintreiben der Zusatzbeiträge stellt sich die Frage, ob solche Gebühren überhaupt Sinn machen.

Noch mehr Aufwand würde dann eine Gebühr für jeden Arztbesuch mit sich bringen, selbst wenn diese "nur" bei den geforderten fünf Euro liegen sollte. Geld ist Geld und nicht jeder Gesetzlich Krankenversicherte hat genau dieses Geld übrig. Die Folge, die sich auch nach der Einführung der Praxisgebühr zeigte, wäre deutlich: die Versicherten gehen weniger häufiger zum Arzt. Eigentlich eine gute Sache für die Gesetzlichen Krankenkassen – wenn das Wörtchen eigentlich nicht wäre. Verschleppte Krankheiten führen zu oftmals noch schlechter (und damit teurer) behandelbaren Folgeerkrankungen. Und hier ist dann keine Ersparnis mehr für die Versicherten zu finden, die sich den Arztbesuch wegen dabei fälliger Gebühren schlichtweg nicht mehr leisten können.

Bei den Privaten Krankenversicherungen gibt es bislang keine Praxisgebühr, doch die Versicherer haben auch hier an allen Fronten zu kämpfen, um die steigenden Kosten im Gesundheitssystem stemmen zu können. Die Versicherten bekommen dies vor allem durch stetig steigende Beiträge zu spüren, doch auch bei der Privaten Krankenversicherung kann gespart werden – durch die Wahl des richtigen Tarifs.

Und bei einem ist es Einerlei, ob Gesetzliche Krankenkasse oder Private Krankenversicherung: beim Service der Versicherung. Ist dieser schlecht, dann nützt es nichts, wenn die Kasse keinen Zusatzbeitrag erhebt oder die Krankenversicherung auf die Beitragserhöhung verzichtet. Versicherungen, die Ansprechpartner haben und auch Hilfe bei Fragen anbieten – gerade bei der Suche nach Fachärzten oder Spezialbehandlungen, sind mehr wert als das Geld, das sie möglicherweise zusätzlich kosten.

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