Basistarif wird die eigentliche Herausforderung für die PKV
Als „stabil“ bezeichnet die international agierende Ratingagentur Fitch den Ausblick für die privaten Krankenversicherungen (PKV) in der Bundesrepublik. Konkret heißt das: Innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate werden sich die Herauf- und die Herabstufungen einzelner Gesellschaften laut Analysten die Waage halten. Auf die Entwicklung der PKV wird dabei vor allem das Wettbewerbsstärkungsgesetz (WSG) deutlich Einfluss nehmen.
Das WSG gilt seit 2007 und hat sich beim Neukundengeschäft der privaten Krankenversicherungen unangenehm bemerkbar gemacht. Denn Angestellte und Arbeiter, die aufgrund ihres Einkommens einen Wechsel in die PKV in Betracht ziehen, müssen mit ihrem Gehalt erst drei Jahre lang über der Versicherungspflichtgrenze liegen, ehe der Schritt möglich ist. Diese Vorgabe ist einer der Gründe dafür, dass im vergangenen Jahr nur knapp 60.000 Menschen in die private Krankenversicherung gewechselt sind. Doch Besserung ist in Sicht. Fitch geht davon aus, dass es ab 2010 wieder bergauf geht. Dann ist die Wartefrist für die ersten Wechselwilligen abgelaufen. Dass es nicht ohne Krankenvollversicherung geht, belegen die Zahlen bei den Zusatzversicherungen. Sie boomen zwar und sorgen für neue Kunden, doch ihr Prämienanteil stagniert. Zweites Problem: Auch die gesetzlichen Krankenkassen bieten vermehrt eigene Tarif für zusätzlichen Versicherungsschutz an.
Ansonsten sieht Fitch die Gesellschaften als finanziell durchweg gut aufgestellt. Die Reserven und die Eigenkapitalausstattung seien ausgebaut worden und die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung seit 2003 um über 55 Prozent gestiegen. Weniger erfreulich ist laut der Ratingagentur der Ausblick auf 2009, insbesondere, wenn es um den Basistarif geht. Er stellt die PKV vor die eigentliche Herausforderung. Auf das Neugeschäft werde der Basistarif nur bedingt Einfluss nehmen. Dafür dürfte der niedrige Beitragssatz gerade bei kleineren Unternehmen – es gilt die GKV-Höchstgrenze – für Schwierigkeiten sorgen. Weitere Eingriffe in die Geschäfte der privaten Krankenversicherungen durch die Politik hält Fitch für nicht ausgeschlossen.
