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Nichtzahler machen Krankenkassen zu schaffen

Während die Gesetzliche Krankenversicherung auf der eine Seite Milliardenüberschüsse einfährt, hängt es an anderer Stelle: immer mehr Nichtzahler kommen die Krankenkassen teuer zu teuer. Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung dem „Tagesspiegel“ in der heutigen Ausgabe bestätigte, gibt es immer mehr Zahlungsausfälle durch Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen. Innerhalb eines Jahres stiegen die so entstandenen Außenstände um 55 Prozent von 1,08 Milliarden Euro im August des vergangenen Jahres auf nunmehr 1,67 Milliarden Euro, wie die Erhebung vom Juni 2012 zeigt.

Für die Barmer GEK bezifferte der GKV-Spitzenverband die Ausfallsumme auf 227 Millionen Euro durch 52.000 private Schuldner. Dazu kommen Außenstände in Höhe von rund 300 Millionen Euro durch Arbeitgeber, welche die Sozialversicherungsbeiträge für ihre Arbeitnehmer nicht bezahlen. Derweil forderte Jens Spahn (CDU) eine Senkung des Mindestsatzes für selbständig und freiberuflich Tätige, der derzeit an einem vorgegebenen monatlichen Einkommen von 1.969 Euro festgemacht ist. Viele Selbständige sind weit unter diesem Monatseinkommen, müssen jedoch den entsprechend auf dieses Einkommen gerechnete Krankenkassensatz als Beitrag bezahlen.

Seit der Einführung einer Versicherungspflicht für alle hat die Zahl der Nichtzahler in der Gesetzlichen Krankenversicherung dramatisch zugenommen. Doch nicht nur die GKV ist durch Beitragsrückstände betroffen, auch die Privaten Krankenversicherer in Deutschland haben mit immer mehr nichtzahlenden Versicherten und deren Beitragsausständen zu kämpfen.

Der Gesetzgeber wird nun sowohl bei den Gesetzlichen Krankenkassen als auch in der Privaten Krankenversicherung gefragt sein, um entsprechende Maßnahmen für Nichtzahler, beispielsweise eine Senkung des Mindestbeitrags oder Erlass der Schulden, zu beschließen. Trotz des derzeit immer noch laufenden Aufschwungs und der damit verbundenen Steuermehreinnahmen gibt es immer noch zahlreiche Selbständige wie auch Betriebe, die aus finanziellen Gründen keine Beiträge in die Krankenversicherung einzahlen können. Verstärkt wird das Problem durch die hohen Mahnkosten der Krankenversicherer, welche die Problematik für die finanziell sowieso angeschlagenen Nichtzahler noch mehr verstärken und dadurch verschlimmern.

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