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Nachweis von Krankheitskosten

Steuerzahler haben die Möglichkeit, ihre Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abzusetzen. Doch nicht immer akzeptiert der Fiskus die geltend gemachten Kosten. Mit aktuellen Urteilen hat der Bundesfinanzhof (BFH) die Rechtsprechung geändert, so dass Krankheitskosten künftig einfacher von der Steuer abgesetzt werden können.

Keine Bescheinigung vom Amtsarzt notwendig

Nach Ansicht der Richter am Bundesfinanzhof können zukünftig nicht mehr nur Amts- und Vertrauensärzte über Therapien oder bestimmte Maßnahmen urteilen. Mediziner, die nicht als Amtsarzt oder Vertrauensarzt fungieren (beispielsweise Haus- oder Facharzt), kommen ebenfalls als Sachverständige infrage. Die Vorlage eines Attestes vor einer Behandlung ist ebenfalls nicht mehr zwingend notwendig, damit die Kosten steuerlich geltend gemacht werden können.

BFH, Az.: VI R 17/09 vom 11.11.2010

In diesem Fall handelt es sich um Kosten in Höhe von rund 20.000 Euro, die für die Unterkunft, Verpflegung und Therapie des Sohnes in einem Legastheniezentrum mit Internat geltend gemacht wurden. Die steuerliche Begünstigung wurde vom Finanzamt abgelehnt, weil vor Beginn der Behandlung kein ärztliches Attest ausgestellt worden war, in dem die Rechtsschreib-und Leseschwäche bestätigt wurde.

BFH, Az.: VI R 16/09 vom 11.11.2010

Eltern hatten die Kosten für neue Möbel geltend gemacht, die aufgrund der Asthmabeschwerden des Kindes angeschafft wurden. Das Finanzamt lehnte ab, da eine konkrete Gesundheitsgefährdung durch die alten Möbelstücke nicht durch ein amtsärztliches Attest nachgewiesen worden ist.

Krankheitsbedingter Heimaufenthalt absetzbar

Kosten für ein Alten- und Pflegeheim bei altersbedingtem Aufenthalt sind generell nicht abzugsfähig. Allerdings können Senioren, die krankheitsbedingt im Heim leben, auch ohne Pflegestufe Miet- und Verpflegungskosten als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abziehen. Ein Schwerbehindertenausweis muss nicht vorliegen.

BFH, Az. VI R 38/09 vom 13.10.2010

Im zugrunde liegenden Fall wurde der 74-jährigen Klägerin nach einer stationären Behandlung in einer psychiatrischen Klinik von ihrem Arzt die Empfehlung ausgesprochen, in ein Seniorenheim zu ziehen. Ihre Wohnung in einem Zweifamilienhaus hat sie währenddessen nicht aufgegeben.

In welcher Höhe können Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden?

Krankheitskosten wirken sich als außergewöhnliche Belastungen erst dann steuermindernd aus (evtl. mit weiteren Kosten), wenn die zumutbare Eigenbelastung überschritten wird. Die gesetzliche Grundlage stellt das § 33 Einkommenssteuergesetz (EStG) dar. Dort finden sich auch die aktuellen Beträge.

Bei Ablehnung durch das Finanzamt: Widerspruch

Sollten die Krankheitskosten nicht anerkannt werden, kann binnen eines Monats Einspruch gegen den Einkommenssteuerbescheid eingelegt werden. Gegebenenfalls sollte auf ein zutreffendes BFH-Urteil verwiesen werden.

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