| Zusatzversicherungen
zur GKV
Die gesetzlichen Krankenversicherungen sind angehalten zu sparen, um rote
Zahlen zu vermeiden. Für viele Versicherte kaum verständlich,
da sie monatlich ihre Beiträge zahlen und zusätzlich bei jedem
Arztbesuch und für jedes Rezept extra zur Kasse gebeten werden. Das
ändert nichts daran, dass die Leistungen sukzessive gekürzt
werden. Das gilt für nahezu alle Leistungsbereiche, die von der GKV
abgedeckt werden. Ob die Gesundheitsreform 2007 etwas daran ändern
wird, ist fraglich, auch wenn viele gesetzliche Versicherungsunternehmen
eifrig an neuen Tarifen basteln. Die Leistungsmerkmale werden sich damit
allerdings eher nicht ändern. Wer mehr möchte und so wie privat
Versicherte von einem breiteren Spektrum profitieren will, hat immerhin
die Möglichkeit, private Zusatzversicherungen abzuschließen.
Sie decken vor allem das Terrain ab, in denen die gesetzlichen Versicherungen
den Rotstift angesetzt haben. Im ambulanten Bereich können über
eine Zusatzversicherung Sehhilfen – also Brillen und Kontaktlinsen
– sowie Leistungen durch Heilpraktiker, für Heil- und Hilfsmittel,
Akupunktur und Rezeptzuzahlungen versichert werden.
Die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer, auf Wunsch die ausschließliche
Behandlung durch den Chefarzt sowie die freie Krankenhauswahl sind mögliche
Ergänzungen im stationären Bereich. Weitere typische private
Versicherungen, mit denen man das Angebot der GKV aufstocken kann, sind
Zahnzusatzversicherungen, die einen Teil der Kosten für Implantate,
Zahnersatz und Inlays erstatten, je nach Tarif, für den man sich
entschieden hat. Auf den Verdienstausfall bei einem längeren Krankenhausaufenthalt
zielt die Krankentagegeldversicherung. Sie füllt
die Lücke, die entsteht, wenn nach der Lohnfortzahlung nur noch 70
Prozent vom Bruttogehalt als Krankentagegeld gezahlt werden. Ebenfalls
versicherbar ist das Krankenhaustagegeld. Gesetzlich Versicherte müssen
bei einem Krankenhausaufenthalt zehn Euro täglich zahlen –
und das bis zu 28 Tage.
An Möglichkeiten, sich zusätzlich zu versichern mangelt es jedenfalls
nicht. Welche dieser Leistungen sinnvoll sind und benötigt oder gewünscht
werden, muss jeder für sich entscheiden. Der Tisch der Versicherungsunternehmen
ist reich gedeckt, man muss nur noch wählen. Die Speisen sind bei
allen gleich, nur werden sie vollkommen unterschiedlich präsentiert
und kombiniert. Das heißt, viele Zusatzversicherungen werden nicht
nur einzeln, sondern viel lieber auch im Paket verkauft. Hier muss man
genau schauen, welche Leistungen in welcher Höhe die einzelnen Tarife
umfassen. Ein Versicherungsvergleich, der sich bei privaten Zusatzversicherungen
durchaus anbietet, sollte daher Punkt für Punkt erfolgen, um nicht
Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Denn beispielsweise bei den Zusatzversicherungen,
die den Dentalbereich, also alles rund um das Gebiss, umfassen, wird mit
gestaffelten Leistungen gearbeitet. Und ob eine Versicherung nun 40 Prozent
der Kosten übernimmt oder 80 Prozent, ist ein Unterschied, der sich
auch preislich bemerkbar macht.
Sinnvoll sind private Zusatzversicherungen durchaus – wenn man die
Passende für sich gefunden hat und das Preis-Leistungsverhältnis
stimmt. Gut versichert zu sein, heißt im Krankheits- oder Versicherungsfall
dann etwas beruhigter zu sein, gerade was den finanziellen Aspekt betrifft.
|