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Die Wahltarife der gesetzlichen Krankenkassen

Es klingt wie selbst verschuldete Unfreiheit. Wer sich von den Wahltarifen seiner gesetzlichen Krankenkasse verlocken ließ und von Prämien und Beitragsrückzahlungen profitierte, hat unter Umständen nicht unbedingt die bessere Wahl getroffen. Denn das Bonussystem für ihre Kunden lassen sich die Krankenkassen auch gebührend vergelten, indem die Versicherungsverträge auf eine Laufzeit von mindestens drei Jahren festgeschrieben sind.

Im Klartext bedeutet dies: Erheben die Krankenkassen ihre angekündigten Zusatzbeiträge, haben „normal“ Versicherte das Recht, innerhalb von zwei Monaten zu kündigen, um in eine Krankenkasse mit günstigeren Tarifen zu wechseln. Wer sich jedoch vertraglich auf drei Jahre gebunden hat, hat dieses Recht nicht, auch wenn Zusatzbeiträge erhoben werden. Betroffen davon ist etwa ein Prozent der gesetzlich Versicherten, in Summe sind das eine halbe Million Versicherte.

Wahltarife gibt es zweierlei Art: Zum einen sind das Versicherungen mit Selbstbehalt, zum anderen Versicherungen mit einer Beitragsrückzahlung.

Selbstbeteiligung bei Behandlungskosten

Bei dieser Art von Tarif legt der Versicherte sich auf eine bestimmte Summe fest, die er bei anfallenden Behandlungskosten aus eigener Tasche begleicht und nicht von seiner Krankenkasse bezahlen lässt. Die Krankenkasse quittiert die Selbstbeteiligung mit einer Prämie, die sich bei gutem Gesundheitszustand durchaus lohnen kann. Einige hundert Euro Prämie gibt es sogar für diejenigen, die drei Jahre nicht krank waren. Die Höhe des Selbstbehaltes und der Prämien ist abhängig vom Einkommen des Versicherten. Die Selbstbeteiligung ist jedoch immer höher als die möglichen Prämien. Wer ernsthaft erkrankt, macht Miese – und das drei Jahre lang.

Rückzahlung von Beiträgen

Versicherte in diesem Tarif erhalten einen Monatsbeitrag oder mehr von ihrer Krankenkasse zurückerstattet, wenn sie ein Jahre lang nicht beim Arzt waren. Andernfalls entfällt die Rückzahlung. Ausgenommen sind aber die wichtigen Voruntersuchungen. Sie dürfen und sollen wahrgenommen werden, weil sie der Gesundheitsvorsorge dienen.

Unrentabel ist der Tarif für Familien, denn die Regelung betrifft alle Familienmitglieder, die mitversichert sind. Die Wahrscheinlichkeit gerade bei Kindern, in der kalten Jahreszeit nicht einmal zum Arzt zu müssen, ist nicht sehr hoch.

Kostenerstattungstarif

Neben diesen zwei Haupt-Wahltarifen gibt es noch weitere Formen, die aber ebenfalls eine dreijährige Vertragsbindung inkludieren. Dazu gehört der Kostenerstattungstarif, bei dem Versicherte für einen zusätzlichen Beitrag bestimmte Privilegien erhalten, zum Beispiel ein Zweibettzimmer im Krankenhaus oder eine bessere Kostenübernahme beim Zahnersatz.

Zusatzbeitrag für homöopathische und anthroposophische Medikamente

Wer möchte, dass die eigene Krankenkasse auch homöopathische und anthroposophische Medikamente zahlt, kann sich dafür mit einem Zusatzbeitrag versichert. Gleiches gilt für Selbstständige, die sich im Fall einer Krankheit auf Krankengeld versichert haben. Auch sie sind mit diesen Tarifen auf drei Jahre fest an ihre Krankenkasse gebunden.

Krankenkassenvergleich durchführen

Ein genauer Vergleich lohnt sich also auch bei den Wahltarifen – wie eigentlich bei allen Angeboten der privaten und gesetzlichen Krankenkassen. Über den nachfolgende Tarifrechner könnten interessierte Leser einen Vergleich gesetzlicher Krankenkassen kostenlos durchführen (Versicherungsvermittlung erfolgt über die Finanzen.de AG):

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