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Eigenanteile bei PKV und GKV steuerlich absetzen

Leistungen, die Versicherte bei gesetzlichen Krankenkassen wie auch den Privaten Krankenversicherungen aus ihrer eigenen Tasche bezahlten müssen, können oftmals zumindest einen Teil dieser Ausgaben im Rahmen ihrer Jahressteuererklärung als Außergewöhnliche Belastungen absetzen. Unser nachfolgender Ratgeber soll Ihnen ein Leitfaden sein, welche Kosten steuerlich absetzbar sind:

Allergie:

Alle Kosten, die der Vorbeugung, Linderung oder Beseitigung einer Allergie dienen, können abgesetzt werden. Dazu gehört auch ein Allergiker-Bett mit Ausstattung.

Alternative Methoden:

Selbst wenn der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer eine alternative Behandlungsmethode wie die Akupunktur nicht allgemein anerkennt, können die Behandlungskosten dennoch von der Steuer abgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass ein Attest vom Amtsarzt vorliegt. Zu den alternativen Methoden gehören selbst Therapien wie Ozon- und Delfintherapie, Ayurveda oder die Feldenkrais-Therapie.

Arzneimittel:

Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss selbst bei rezeptpflichtigen Medikamenten zuzahlen. Frei verkäufliche Medikamente, gegen Erkältungen beispielsweise, müssen Patienten ganz aus eigener Tasche bezahlen. Nach dem neuen Bürgerentlastungsgesetz können aber genau diese Medikamente von der Steuer abgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass alle Quittungen gesammelt und vorgelegt werden können.

Privat Krankenversicherte haben es wesentlich einfacher. Je nach Tarif werden sämtliche Arzneimittel von der Versicherung erstattet. Die Medikamente, die von der Police nicht gedeckt werden, können nach Vorlage der Zahlungsbelege steuerlich geltend gemacht werden.

Medikamente, die in Deutschland noch nicht zugelassen sind, die aber als medizinisch wirksam und erfolgversprechend eingestuft werden, können von schwer oder unheilbar Erkrankten von der Steuer abgesetzt werden.
Abnehm-Pillen, Viagra oder die Pille erfordern eine medizinische Indikation, wenn sie beim Fiskus geltend gemacht werden sollen.

Berufskrankheit:

Wer eine Kur verschrieben bekommt, deren Grund in einem Arbeitsunfall, Arbeitswegunfall oder einer beruflich bedingten Krankheit liegt, kann die Kosten für die Kur von der Steuer absetzen. Das Finanzamt berechnet keinen zumutbaren Eigenanteil.

Brille:

Kranke und Behinderte können Brillen oder Kontaktlinsen in ihrer Steuererklärung geltend machen. Gesunde brauchen, um die Sehhilfen absetzen zu dürfen, ein Attest vom Amtsarzt, das eine medizinische Notwendigkeit bescheinigt.

Fitnessstudio:

Wer über einen Amtsarzt bescheinigen lassen kann, dass eine bestimmte Sportart medizinisch notwendig ist, kann die Kosten von der Steuer absetzen. Dazu gehört beispielsweise das Rückentraining, vorausgesetzt, ein Arzt oder eine zur Heilkunde zugelassene Person führt das Training durch.

Geburt:

Steht Nachwuchs ins Haus, ist das mit großer Freude, allerdings auch mit Kosten verbunden. Einiges davon kann in der Steuererklärung angegeben werden. Nach Abzug eines so genannten zumutbaren Eigenanteils können Kosten für die Geburtsvorbereitung, unterstützende homöopathische Arzneimittel, Kosten für die Geburt und Nachsorge und für eine Hebamme beim Fiskus geltend gemacht werden.

Heilbehandlung:

Geht es um Zahnersatz und Zahnbehandlungen, streiken die Krankenkassen beim Thema Kostenübernahme meistens. Seit dem 1. Januar 2010 gibt es jedoch Trost, denn alle nicht von der Krankenkasse übernommenen Kosten können von der Steuer abgesetzt werden, unabhängig, welches Material verwendet wurde und ob es preiswertere Alternativen gegeben hätte.

Wenn ein Amtsarzt die Notwendigkeit bescheinigt, können selbst Kosten für einen Heilpraktiker in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung angegeben werden.

Heilmittel:

Dazu zählen Krankengymnastik, Massagen, Bewegungstherapie, Fango, Sprachtherapie und Ergotherapie. Mit einem ärztlichen Attest erkennt sie der Fiskus die Aufwendungen dafür als außergewöhnliche Belastung an.

Hilfsmittel:

Hilfsmittel können nach dem neuen Bürgerentlastungsgesetz von der Steuer abgesetzt werden, wenn die Notwendigkeit vor der Anschaffung attestiert wurde. Dazu gehören Brillen, Kontaktlinsen, Prothesen, Hörgeräte, Schuheinlagen aber auch bauliche Maßnahmen, die einen Wohnraum behindertengerecht gestalten. Kranke und Behinderte können derartige Kosten problemlos absetzen, Gesunde benötigen ein ärztliches Attest.

Internat:

Sind Kinder und Jugendliche aus einem medizinischen Grund in einem Internat untergebracht, können die Kosten, die den Eltern entstehen, von der Steuer abgesetzt werden. Dafür muss allerdings die Heilbehandlung im Vordergrund stehen, nicht die schulische Ausbildung. Der Fiskus zieht bei der Berechnung einen zumutbaren Eigenanteil ab.

Kinderkur:

Findet die Kur nicht in einem Kinderkurheim statt, sondern in einer privaten Unterbringung, dann muss der Amtsarzt bestätigen, dass die Kur dennoch den erzielten Effekt bringt. Nur dann können die Kosten in die Steuererklärung eingebracht werden.

Kosmetik:

Kosmetische Operationen können nur dann von der Steuer abgesetzt werden, wenn sie dazu dienen, Missbildungen zu behandeln, wenn sie medizinisch indiziert sind (bei Brustverkleinerungen beispielsweise, die die Krankenkasse nicht zahlen will) oder wenn die OP dazu dient, psychische Probleme zu beheben.

Krankenhaus:

Die Kosten, die die Krankenkasse bei einem Klinikaufenthalt nicht übernimmt, wertet das Finanzamt als außergewöhnliche Belastung. Von der Berechnung abgezogen wird jedoch der zumutbare Eigenanteil, den der Patient selbst tragen muss. Fördern Besuche nach Ansicht des behandelnden Arztes die Genesung des Patienten, können sogar die Fahrkosten ins Krankenhaus von der Steuer abgesetzt werden.

Künstliche Befruchtung:

Wenn nachgewiesen werden kann, dass eine Krankheit des Mannes Ursache für Kinderlosigkeit in einer Beziehung oder Ehe ist, dann gelten die Kosten für eine künstliche Befruchtung als außergewöhnliche Belastung und können von der Steuer abgesetzt werden.

Kuraufenthalt:

Zahlt die Krankenkasse nicht die Kosten eines Kuraufenthaltes, obwohl ein ärztliches Attest über die medizinische Notwendigkeit vorliegt, kann die Rechnung der Steuererklärung beigelegt und die Kur abgesetzt werden. 20 Prozent zieht das Finanzamt von der Summe der Kosten jedoch ab, weil man während des Kuraufenthaltes an Unterhaltskosten spart. Das ärztliche Attest muss vor dem Antritt der Kur bereits vorliegen, sonst erkennt das Finanzamt die Kosten nicht an.

Laser-OP:

Vom neuen Bürgerentlastungsgesetz profitieren all diejenigen, die sich einer Augen-Laser-OP unterziehen wollen. Die wenigsten Krankenkassen übernehmen die Kosten, jedoch können sie als außergewöhnliche Belastung in der der Steuererklärung angegeben werden. Das Finanzamt behält sich den Abzug der zumutbaren Kosten vor.

Praxisgebühr:

Die Quittungen für die Praxisgebühr, die gesetzlich Krankenversicherte für jedes Quartal zahlen müssen, lohnt es sich zu sammeln. Seit dem 1. Januar 2010 gilt die Praxisgebühr als außergewöhnliche Belastung und kann von der Steuer abgesetzt werden.

Angebot und Vergleich zur PKV anfordern:

Ein genauer Vergleich lohnt sich da allemal, denn im Ergebnis können sich die Beitragshöhen ganz erheblich unterscheiden. Über das nachfolgende Formular können interessierte Verbraucher einen solchen Vergleich bzw. ein kostenloses Angebot anfordern (Versicherungsvermittlung erfolgt über die Finanzen.de AG):

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